Montag, 23. Januar 2012

CD-Kritik: Scott Alan - What I wanna be when I grow up

Mit "What I wanna be when I grow up" legt Scott Alan den mittlerweile dritten Sampler mit von Musicalstars interpretierten Songs vor, der es mit einiger Verspätung nun auch zu mir geschafft hat. Insbesondere die Auswahl der Sänger/innen hat mich diesmal nicht wirklich gereizt, auch wenn es aus deutscher Sicht interessant ist, dass auch "unsere Elphaba" Willemijn Verkaik dabei ist. Mit "Watch me soar" hat sie leider einen Song bekommen, der thematisch sehr an Elphaba erinnert, aber weit hinter "Defying Gravity" zurück bleibt. 

Überhaupt war ich nach den ersten drei Songs bereit, die CD schon wieder aus dem Fenster zu werfen, da es sich um ausgesprochen langweilige "Ich brauche einen Mann!"-Lieder handelt, wie es sie in den gerade in den New York beliebten modernen Beziehungskisten-Musicals schon gefühlt 100x gibt. Da hilft es auch nichts, dass "Nothing more" von Christopher Sieber gesungen wird und so - hach wie revolutionär! - ein Mann davon singt, dass er gerne einen Ehemann und Kinder hätte. 

Erst der vierte Song "Warm", gesungen von Zak Resnick und Morgan James ist dann endlich mal musikalisch erfrischend und kommt mit einem netten Text daher. "Not quite ready yet to grieve" ist eine schöne Ballade und der erste Song der mir wirklich in die Ohren ging - enttäuschend dass es dann doch nicht um den schmerzhaften Verlust durch den Tod ging wie ich anfangs dachte, sondern nur um "Hach, wir haben uns getrennt"-Geschluchze. Ganz ähnlich kommt auch Christiane Noll's wunderschönes "I remember" daher, bei dem ich dann erst gar nicht zugehört habe um nicht wieder von banalen Lyrics enttäuscht zu werden. Meine persönlichen Highlights sind eher "Over the mountains" in dem Bobby Steggert die Gefühle eines jungen Soldaten ausdrückt, der zum ersten Mal in den Auslandseinsatz zieht, und "Take me away" von Darius de Haas. 

Aber unterm Strich lässt mich die CD doch eher kalt - echte Hits wie "Never Neverland", "If I Own Today" und "Home" sind hier Mangelware und auch der köstliche Humor von Liedern wie "I'm a Star" ist abwesend.  Zu viel plätschert nur dahin und klingt wie schon oft gehört und auch wenn ich ab und zu eine gute Schnulze mag, sind mir auf 12 Songs 10 Herzschmerz-Songs eindeutig ein halbes Dutzend zuviel. Schade, Scott Alan.

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