Im West End wird die Angst vor den Olympischen Spielen immer skurriler. Die meisten großen Musicals haben bereits angekündigt, ihre Premieren auf den Herbst zu verschieben, wenn die olympische Hype mit ihren Besuchermassen und maßlos überhöhten Preisen vorbei ist. Dann wird es wohl ein größeres Stühlerücken geben, damit die neuen Shows wie "Bridget Jones", "The Bodyguard", das Spice Girls-Vehikel "Viva Forever" und wohl auch Broadway-Importe wie "Book of Mormon" in die großen Theater einziehen können.
Bis dahin scheinten sich die Zahl der UK-Tourneen und Transfers aus der Provinz zu häufen, die für begrenzte Spielzeiten ins West End einziehen. Nachdem schon "Crazy for you" aus dem Open Air Theatre Regent's Park und "Singin' in the Rain" aus Chichester angekündigt wurden, soll nun auch die aktuelle Tournee von "Top Hat" ab April 2012 für drei Monate im Aldwych Theatre gastieren. Wer die alten Klassiker von Gershwin, Berlin & Co. liebt, wird sich also im kommenden Jahr in London die volle Kante geben können.
Donnerstag, 29. September 2011
Dienstag, 27. September 2011
"Matilda" - Original Cast Recording
Nach dem vorzeitigen Aus von “Betty Blue Eyes” beklagten englische Tageszeitungen (wieder einmal) den Niedergang des britischen Musicals. Dabei steht der nächste Hit bereits vor der Tür: Die Musicalversion von Roald Dahls Klassiker “Matilda”, den die Royal Shakespeare Company zunächst in Stratford on Avon produzierte, wo sie ein solcher Erfolg wurde, dass der West End-Transfer schon vor der letzten Vorstellung beschlossene Sache war. Die Kombination von Dahls köstlich subversiver Geschichte um die kleine hochintelligente Matilda, die mit ihren ignoranten Eltern und der boshaften Schuldirektorin Mrs Trunchbull hadert, und dem australischen Sänger, Songwriter und Stand Up-Comedian Tim Minchin, der für so zynisch-intelligente Songs wie “Fat Children”, “Ten foot cock and a few hundred virgins” und “If you open your mind too much, your brain will fall out” verantwortlich war, ist aber auch einfach unwiderstehlich.
Nun ist also endlich die CD bei mir eingetrudelt, die bereits vor über einer Woche in London auf Reisen ging. Und schon beim ersten Lied wird klar, dass “Matilda” weder süßliche Schmonzette noch platte Komödie mit lahmen Gags ist, wenn die Kinder darüber singen, was für spezielle “Miracles” sie doch sind und Tim Minchin die überkandidelten Eltern von heute aufs Korn nimmt, die ein bislang nie gekanntes Gewese um den Nachwuchs machen, der scheinbar nur noch aus kleinen Genies und Wunderkindern besteht. Bis auf Matilda, die gleich nach der Geburt von ihren Eltern als “stinky little thing” abgetan wird und sich mit Geist und Witz durchbeißen muss.
Als großer Hit der Show hat sich bereits das peppige “When I grow up” etabliert, in dem sich die Kinder ausmalen, wie das Erwachsensein wohl sein wird (ständig Süßigkeiten futtern wenn man will! Lange aufbleiben! Stundenlang Cartoons gucken! – wer erinnert sich nicht an all diese kindlichen Träume, die dann leider gar nicht mehr so wichtig sind, wenn man tatsächlich erwachsen geworden ist?)
Die drei Stratford-Matildas teilen sich den Part auf der CD, wobei Adrianna Bertola mit “Quiet” das einzige große Solo singen darf (das ein wenig an den anderen Kleinmädchen-Song “Live out Loud” aus Andrew Lippas “Little Princess” erinnert). Mit Bertie Carvel als Mrs Trunchbull bleibt England wieder mal seiner Tradition der Panto Dames treu und Männer in Frauenkleidern kommen immer gut, doch wer das Buch gelesen hat, weiß dass ein Mann eigentlich die Idealbesetzung für die bösartige Ex-Hammerwerferin ist, die kleine Mädchen an den Zöpfen über den Schulzaun katapultiert. Und mit “The Smell of Rebellion” darf Carvel einen Song singen, der das Potenzial hat, ein Klassiker wie Fagin’s “Reviewing the Situation” zu werden.
Als Matildas Mutter Mrs Wormwood gibt es (endlich) ein Wiedersehen mit Josie Walker, die mich vor Jahren schon in ALW’s “Beautiful Game” begeisterte, und die hier mit “Loud” eine Hymne für die Chavs und Prolls der Welt singen darf, bei denen statt “weniger ist mehr” die Regel “mehr ist zuwenig” gilt. Paul Kaye als Mr Wormwood bietet die perfekte Ergänzung mit dem “Telly”-Song, der perfekt den geistigen Zustand der Couch Potatoes weltweit wiedergibt (“the bigger the telly, the smarter the man”). Neben den frechen Kindern und den köstlich überzeichneten Erwachsenen bleibt Lauren Ward als Miss Honey etwas blass, doch wie schon im Buch soll sie wohl den Ruhepunkt und gute Seele des Stückes darstellen, so dass auch kleine Lieder wie “This little girl” und “Pathetic” funktionieren, ehe sie mit “My House” ein wunderschönes Solo singen darf.
Wer bei “Matilda” eine Herzschmerz-Schmonzette à la “Oliver” erwartet, wird enttäuscht werden. Tim Minchins scharfzüngige Texte und Matildas Optimismus verleihen der Show durchgängig eine positive Stimmung und zaubern schon beim Hören der CD ein dickes Grinsen ins Gesicht. Solange noch Shows wie “Matilda” produziert werden, ist mir jedenfalls um das britische Musical nicht bange und jetzt freue ich mich umso mehr darauf die “revolting children” im November live zu sehen.
Donnerstag, 22. September 2011
"Pippin" in der Menier Chocolate Factory
Nachdem sich die Menier Chocolate Factory im letzten Winter mit ihrem Eigenwerk "The Invisible Man" gründlich vergaloppiert hatte, setzt man nun wieder auf die große Stärke des Fringe Theaters in Southwark: Gründlich abgestaubte Musicalklassiker. Als Weihnachtsmusical wurde nun Stephen Schwartz' Frühwerk "Pippin" aus dem Jahr 1972 angekündigt, das mit bislang mäßigen Erfolg mal hier und da zu sehen war, ohne dabei wirklich zu zünden. "Pippin" stammt ähnlich wie "Godspell" (bis zum Mega-Erfolg von "Wicked" lange Zeit das erfolgreichste Musical von Stephen Schwartz), "Hair" und "Jesus Christ Superstar" aus jener experimentierfreudigen Epoche des Theaters, als vor allem unkonventionelles Staging und viel Fantasie gefragt war. So ist es vermutlich auch kein Wunder, dass die Menier ihre Produktion nun als "High Concept Revival" ankündigt, die ähnlich wie der gruselige Totalflop "Rent Remixed" das Stück neu erfinden will. Immerhin gibt es bei "Pippin" wesentlich weniger zu ruinieren als bei Jonathan Larsons gelungenem Rockmusical aus den 90'er Jahren.
Montag, 19. September 2011
Emmy-Verleihung 2011
Es war ein durchwachsener Jahrgang, der in der vergangenen Nacht bei der Emmy-Verleihung in Los Angeles gekürt wurde. In Sachen Drama und Comedy schafften es die seit Jahren üblichen Verdächtigen auf die Nominierungslisten, wobei ich persönlich dann doch froh war, dass im Comedy-Feld “Modern Family” abräumte, während “Glee” in diesem Jahr berechtigterweise leer ausging. Dies gilt insbesondere für die besten Nebendarsteller, wo sich Ty Burrell und Julie Bowen nicht nur gegen die eigene Konkurrenz der bisherigen Modern Family-Lieblinge Eric Stonestreet und Sofia Vergara durchsetzten, sondern auch gegen Nervensägen wie Jane Krakowski, Jane Lynch und Chris Colfer. Bei den Hauptdarstellern trug Jim Parsons den Emmy nun zum zweiten Mal völlig verdient nach Hause, denn “Big Bang Theory” lebt von seinem Sheldon.
In Sachen Drama setzte sich Kyle Chandler überraschend gegen die Dauerläufer Hugh Laurie, Michael C. Hall und Jon Hamm durch, wobei meinesachtens zumindest “House” und “Dexter” ihren Zenith lange überschritten haben. Und warum “Mad Men” nach wie vor so beliebt ist, erschließt sich mir auch nicht so ganz, aber sei’s drum. Problematisch war für mich eher, dass die Grenzen zwischen “normaler” Serie und Miniserie so fließend geworden sind – so hätte ich persönlich “Boardwalk Empire” und “Game of Thrones” beides in die Miniserien-Kategorie eingeordnet, wo sich nun jedoch sehr erfreulicherweise das köstliche britische Drama “Downton Abbey” durchsetzte (dessen zweite Saison gerade auf ITV gestartet ist). Verdient auch der Emmy für Kate Winslet für die beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie, die sich durch das entsetzlich dröge und langatmige “Mildred Pierce” schleifte und so ziemlich das einzig Sehenswerte an der Sache war. Weitere verdiente “Supporting”-Emmys gingen an Maggie Smith für ihre grandiose Dowager Countess in “Downton Abbey” und vor allem an Peter Dinklage für seinen Giftzwerg Tyrion Lannister in “Game of Thrones”, die beide damit auch bewiesen wie wichtig gutgeschriebene Charaktere mit intelligenten Dialogen sind. Dass “Game of Thrones” ansonsten leer ausging, fand ich als Fan zwar schade, war aber auch nicht wirklich überraschend, da Fantasy bei Awardverleihungen nie einen leichten Stand hat und vorher schon andere grandiose Serien völlig unverständlicherweise ignoriert wurden (“The Wire”, anyone?)
Wenn ich mir die Emmy-Liste so ansehe, wird mir jedoch wieder einmal klar, wie sehr sich die Mainstream-Glotze gerade auch in Deuschland von gehaltvollen TV-Produktionen aus anderen Ländern verabschiedet hat. Manche hervorragenden Shows schaffen es gar nicht nach Deutschland, viele andere versauern auf Pay-TV-Kanälen wie TNT Serie (wo auch “Game of Thrones” und “Downton Abbey” bald starten sollen) oder auf Mini-Kanälen wie ZDFNeo (wo “Mad Men” und “30 Rock” unter Ausschluss der Öffentlichkeit laufen). Andere Shows, die es irgendwann auf Mainstream-Kanäle schaffen wie “Dexter” und die “Sopranos”, gehen dort völlig unter, weil die echten Serienfans sich ihren Stoff längst aus anderen Kanälen besorgt haben. Egal ob DVD-Boxsets, falsche Proxy-Server oder Torrents – ich kenne kaum noch jemanden, der auf eine gute Serie warten mag, bis sie durch Werbepausen verhackstückt und durch Synchronisation verhunzt im deutschen Free-TV erscheint.
In der Zwischenzeit ein heißer Tipp von mir: Wer “The Wire” liebte, sollte sich die französische Serie “Engrenages” zulegen (gibt’s völlig legal als DVD-Boxset), mit der sich Canal+ in Frankreich als Mini-HBO etablierte und die auch bei der BBC unter dem Titel “Spiral” große Erfolge feierte. Genau wie “The Wire” setzt “Engrenages” auf einen übergreifenden Handlungsbogen und die Verflechtungen aus Polizei, Gericht und Politik, aber drückt dabei wesentlich mehr aufs Tempo und würzt jede Folge zusätzlich mit kleineren gerichtlichen Vorfällen. Und anders als “The Wire”, wo die Action bis auf Quotenfrau Kima bei den Herren der Schöpfung verblieb, dürfen bei “Engrenages” mit Kommissarin Laure Berthaud und der ebenso schönen wie durch und durch korrupten Anwältin Josephine Karlsson gleich zwei Frauen im Mittelpunkt stehen und sich einen herrlichen Zickenkrieg liefern. Natürlich gibts auch Eye Candy für die Damen in Form von Grégory Fitoussi als Staatsanwalt Pierre Clément.
Freitag, 16. September 2011
"Rebecca"-Hauptdarsteller stehen fest
Die Stage Entertainment hatte sich viel Zeit gelassen mit der Verkündung der Hauptdarsteller für "Rebecca" in Stuttgart. Dafür gabs nun einen großangelegten Pressetermin, bei dem endlich die beiden noch fehlenden Stars präsentiert worden: Thomas Borchert spielt Maxim de Winter (den er auch schon in St.Gallen gibt) und ganz besonders erfreulich: Lucy Scherer spielt die "Ich". Somit wird ausnahmsweise keine Arbeits- beschaffungsmaßnahme für unser westliches Nachbarland gemacht, sondern eine junge deutsche Musicaldarstellerin darf glänzen. Da es dazu noch jemand ist, den ich seit ihrer wunderbaren Glinda in "Wicked" wirklich mag, werde ich mich wohl doch aufraffen und mir "Rebecca" in Stuttgart ansehen. Herzlichen Glückwunsch, liebe Lucy!
Als Maxim hätte ich mir gewünscht, dass die Darsteller, die bislang immer nur abgehalfterte und zu Tode gespielte Rollen wie den Krolock spielen durften, einmal eine Premierenchance erhalten hätten, aber es sollte wohl nicht sein. Mit Thomas Borchert hat man immerhin einen sehr souveränen Hauptdarsteller gefunden, der die Partie ganz sicher gut meistern wird. Ob La Douwes mit Susan Rigvava-Dumas mithalten kann, wird sich zeigen, aber das Paar Scherer & Borchert macht mir jetzt schon Lust auf Stuttgart.
Dienstag, 13. September 2011
Andrew Lippa's "Little Princess" jetzt auf CD
Andrew Lippa ist ein vielbeschäftigter Mann. Der Komponist der Franchise-Melkkuh "Addams Family" und der bevorstehenden Bühnenadaption von "Big Fish" arbeitet seit Jahren mit Brian Crawley an einem eigenen Musical, das auf dem Jugendbuch-Klassiker "A Little Princess" von Frances Hodgson Burnett basiert. Nun gibt es ja Zeitgenossen, die Jugendbuch-Adaptionen erstmal locker als Kinderkram in die Tonne treten, aber wer einen weiteren Horizont besitzt, wird wissen, dass die Bücher von Frances Hodgson Burnett schon immer voller tiefgründiger Poesie waren, mit der sich auch Erwachsene identifizieren können. Schon "The Secret Garden" wurde von Lucy Simon und Marsha Norman erfolgreich als Musical adaptiert und "A Little Princess" war als Filmadaption 1995 der erste große Erfolg des mexikanischen Regisseurs Alfonso Cuarón.
Das Musical von Andrew Lippa erlebte seine Uraufführung 2004 im kalifornischen Palo Alto und wurde seitdem mehrmals überarbeitet, wobei sich der Song "Live out Loud" bereits als vielkopierter Klassiker unter jungen Sängerinnen etablierte. Am heutigen Dienstag erscheint nun endlich bei Ghostlight Records eine CD-Einspielung des Musicals mit u.a. Sierra Boggess, Nikki Renee Daniels und Will Chase, die bei iTunes jetzt schon für ganze 8,99 Euro runtergeladen werden kann.
Montag, 12. September 2011
Niederländische Musical Awards
Ja ist denn schon Award-Saison? Zumindest bei den Holländern scheint es so zu sein, denn dort wurden gestern die Nominierungen für die "John Kraaijkamp Musical Awards 2011" bekanntgegeben. Die Gewinner werden am 2.Oktober im Rahmen einer Gala ausgezeichnet, die von RTL4 live aus dem DeLaMar-Theater in Amsterdam übertragen wird (ein selten blödes Datum, da wohl auch viele niederländische Phantom-Fans an dem Abend das Konzert aus der Royal Albert Hall sehen wollen).
Sei's drum, bei den Nominierungen gab es wenige Überraschungen. Die Stage Entertainment-Produktionen lagen wie gewohnt vorne, wobei das Chantal Janzen-Vehikel "Petticoat" gleich 12 Nominierungen abstauben konnte und der Oldie "La Cage aux folles" 11. Mit "Spring Awakening" (10), "Soldaat van Oranje" (8) und "Zorro" (7) folgten danach immerhin drei neue und sehr gelungene Musicals. Während man über Nominierungen für Darsteller immer vortrefflich streiten kann, finde ich es persönlich ein Ding der Unmöglichkeit Queen für die beste Musik für "We will rock you" zu nominieren. Die Gipsy Kings haben für "Zorro" immerhin zig neue Songs geschrieben, aber eine Rockgruppe zu nominieren, weil ihre Uralt-Hits für die Bühne verwurstet wurden? Manchmal kann man wirklich nur den Kopf schütteln.
Naja, egal, hier ist die Liste:
Hauptdarstellerin in einem großen Musical: Chantal Janzen (Petticoat), Kim-Lian van der Meij (Legally Blonde), Lone van Roosendaal (Zorro), Marjolein Teepen (We Will Rock You)
Hauptdarsteller in einem großen Musical: Freek Bartels (Petticoat), Stanley Burleson (La Cage aux Folles), Jon van Eerd (La Cage aux Folles), Matteo van der Grijn (Soldaat van Oranje)
Hauptdarstellerin in einem kleinen Musical: Hilke Bierman (Volendam de Musical), Abke Bruins (Je Anne), Joke de Kruijf (1953 de Musical), Marleen van der Loo (1953 de Musical)
Hauptdarsteller in einem großen Musicall: Thom Hoffman (Je Anne), Alex Klaasen (Toon), René van Kooten (Urinetown), Marcel Smid (1953 de Musical)
Nebendarstellerin in einem großen Musical: Cindy Bell (Legally Blonde), Marjolijn Touw (Petticoat), Michelle Splietelhof (Zorro)
Nebendarsteller in einem großen Musical: Hajo Bruins (Petticoat), Tijn Docter (Soldaat van Oranje), Roon Staal (Petticoat)
Nebendarstellerin in einem kleinen Musical: Tina de Bruin (Toon), Ellis van Laarhoven (Urinetown), Henriëtte Tol (Spring Awakening)
Nebendarsteller in einem kleinen Musical: Jan Elbertse (Toon), Ad Knippels (Spring Awakening), Rop Verheijen (Urinetown)
Hauptdarsteller in einem großen Musical: Freek Bartels (Petticoat), Stanley Burleson (La Cage aux Folles), Jon van Eerd (La Cage aux Folles), Matteo van der Grijn (Soldaat van Oranje)
Hauptdarstellerin in einem kleinen Musical: Hilke Bierman (Volendam de Musical), Abke Bruins (Je Anne), Joke de Kruijf (1953 de Musical), Marleen van der Loo (1953 de Musical)
Hauptdarsteller in einem großen Musicall: Thom Hoffman (Je Anne), Alex Klaasen (Toon), René van Kooten (Urinetown), Marcel Smid (1953 de Musical)
Nebendarstellerin in einem großen Musical: Cindy Bell (Legally Blonde), Marjolijn Touw (Petticoat), Michelle Splietelhof (Zorro)
Nebendarsteller in einem großen Musical: Hajo Bruins (Petticoat), Tijn Docter (Soldaat van Oranje), Roon Staal (Petticoat)
Nebendarstellerin in einem kleinen Musical: Tina de Bruin (Toon), Ellis van Laarhoven (Urinetown), Henriëtte Tol (Spring Awakening)
Nebendarsteller in einem kleinen Musical: Jan Elbertse (Toon), Ad Knippels (Spring Awakening), Rop Verheijen (Urinetown)
Newcomer: Ton Sieben (Spring Awakening), Jasper Stokman (Spring Awakening), Michelle van de Ven (Spring Awakening)
Regie: Theu Boermans (Soldaat van Oranje), Paul Eenens (Petticoat), Paul Eenens (Spring Awakening)
Choreographie: Rafaël Amargo (Zorro), Nichola Treherne (La Cage aux Folles), Daan Wijnands (Spring Awakening)
Regie: Theu Boermans (Soldaat van Oranje), Paul Eenens (Petticoat), Paul Eenens (Spring Awakening)
Choreographie: Rafaël Amargo (Zorro), Nichola Treherne (La Cage aux Folles), Daan Wijnands (Spring Awakening)
Songtexte: André Breedland (Petticoat), Jerry Herman (La Cage aux Folles), Toon Hermans (Toon), Queen (We Will Rock You)
Musik: Gipsy Kings (Zorro), Henny Vrienten (Petticoat), Queen (We Will Rock You)
Übersetzung: André Breedland (Zorro), Daniël Cohen (Spring Awakening), Jon van Eerd & Martine Bijl (La Cage aux Folles)
Samstag, 10. September 2011
Broadway fängt einen Dicken Fisch
Na, das ist doch mal eine Neuigkeit (wenn sie sich mal hoffentlich nicht als Ente erweist): "Dexter"-Star Michael C. Hall soll die Hauptrolle in der Musicalversion von "Big Fish" übernehmen, weiß die amerikanische Website Deadline. "Big Fish" ist die nächste in einer langen Reihe von Filmverwurstungen am Broadway und war 2003 ein eher mittlermäßiger Kinoerfolg mit u.a. Ewan McGregor und Albert Finney, der mir persönlich jedoch als zauberhafter und sehr bewegender Film in Erinnerung geblieben ist. Insofern bin ich auf dieses Musical wesentlich neugieriger als auf viele andere lieblose Weiterverwurstungen einer bekannten Franchise. Die Musik schreibt Andrew Lippa, Regie führt Susan Stroman.
Michael C. Hall, der zunächst bei HBO mit "Six Feet Under" seinen Durchbruch erlebte und mittlerweile als Serienmörder Dexter Morgan einer der bestbezahlten und beliebtesten US-Serienstars ist, hat einen soliden Hintergrund auf der Musicalbühne und war am Broadway u.a. als Emcee in "Cabaret" und als Billy Flynn in "Chicago" zu sehen. Insofern kann man hier wirklich von einem gelungenen Casting Coup reden. Da es jedoch unwahrscheinlich ist, dass Showtime" Dexter" bald einstampfen wird (auch wenn die Serie qualitativ nachgelassen hat, aber das ist eine andere Diskussion), wird Hall wahrscheinlich nicht allzulange auf der Bühne stehen werden. Nachdem ich bislang extrem damit rumgezaudert habe, wann ich denn nächstes Jahr nach New York fliegen soll, ist für mich nun klar: Sobald "Big Fish" an den Start geht :)
Mittwoch, 7. September 2011
In eigener Sache
Was lange währt... wird auch nicht so besonders gut. Naja, ich habe nie behauptet, dass meine Talente im Bearbeiten von Grafiken liegt - aber nun gibt es immerhin endlich wieder einen Header, der der (neuen) Breite der Texte entspricht :)
Wer scharf hinguckt, sieht auch den Zusatz "Musicals und mehr". Dieser Blog wird sich zwar auch weiterhin in erster Linie dem Genre Musical widmen, aber mir fehlt einfach die Zeit und die Lust täglich irgendwelchen News hinterher zu hecheln, um den Blog möglichst häufig zu aktualisieren. Daher wird sich die Zahl der reinen "Nachrichten" verringern - gepostet wird nur noch, was ich selbst ausgesprochen spannend finde.
Dafür werde ich neben den Showberichten selbst und Rezensionen von CDs, DVDs, Büchern und was sonst noch so mit Musicals zu tun hat, in Zukunft auch über andere Dinge schreiben, die mich irgendwie fasziniert haben - das können live besuchte Sprechtheaterstücke in London sein, die bei mir mittlerweile fast die Hälfte der Theaterbesuche dort ausmachen, Konzerte, Opern oder wohin es mich sonst noch so treibt. Ab und zu gibt es auch Kinofilme, die mich einfach so beeindrucken, dass ich sie weiterempfehlen möchte, ein tolles Buch oder unglaublich hochwertige TV-Serien, wie sie z.B. HBO produziert. Das wird davon abhängen wozu ich Lust und Laune habe :)
Ein anderes leidiges Thema, das mal angesprochen werden muß, sind die Kommentare. Ich wollte Musikalitis nie der Zensur unterwerfen und habe auch nichts gegen kritische Stimmen. Aber das anonyme Gestänker eines einzelnen Zeitgenossen (oder einer Genössin) aus dem Wiener Dunstkreis nervt langsam nur noch. Da ich besseres mit meinem Leben anzufangen weiß, als ständig die Kommentare zu kontrollieren, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder das anonyme Gepöbel hört auf oder ich schalte die Kommentarfunktion ab. Danke schonmal für euer Verständnis.
Wer scharf hinguckt, sieht auch den Zusatz "Musicals und mehr". Dieser Blog wird sich zwar auch weiterhin in erster Linie dem Genre Musical widmen, aber mir fehlt einfach die Zeit und die Lust täglich irgendwelchen News hinterher zu hecheln, um den Blog möglichst häufig zu aktualisieren. Daher wird sich die Zahl der reinen "Nachrichten" verringern - gepostet wird nur noch, was ich selbst ausgesprochen spannend finde.
Dafür werde ich neben den Showberichten selbst und Rezensionen von CDs, DVDs, Büchern und was sonst noch so mit Musicals zu tun hat, in Zukunft auch über andere Dinge schreiben, die mich irgendwie fasziniert haben - das können live besuchte Sprechtheaterstücke in London sein, die bei mir mittlerweile fast die Hälfte der Theaterbesuche dort ausmachen, Konzerte, Opern oder wohin es mich sonst noch so treibt. Ab und zu gibt es auch Kinofilme, die mich einfach so beeindrucken, dass ich sie weiterempfehlen möchte, ein tolles Buch oder unglaublich hochwertige TV-Serien, wie sie z.B. HBO produziert. Das wird davon abhängen wozu ich Lust und Laune habe :)
Ein anderes leidiges Thema, das mal angesprochen werden muß, sind die Kommentare. Ich wollte Musikalitis nie der Zensur unterwerfen und habe auch nichts gegen kritische Stimmen. Aber das anonyme Gestänker eines einzelnen Zeitgenossen (oder einer Genössin) aus dem Wiener Dunstkreis nervt langsam nur noch. Da ich besseres mit meinem Leben anzufangen weiß, als ständig die Kommentare zu kontrollieren, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder das anonyme Gepöbel hört auf oder ich schalte die Kommentarfunktion ab. Danke schonmal für euer Verständnis.
Dienstag, 6. September 2011
"Phantom" Merchandise Lawine
Das bevorstehende große Jubiläum des "Phantom" sorgt für eine ungeahnte Welle an Merchandise um nochmal richtig Kasse mit dem Stück zu machen. Nachdem bereits schon länger DVDs von "Love never dies" (in der neuen australischen Fassung) und dem "25th anniversary concert" aus der Royal Albert Hall angekündigt waren (die beide rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft veröffentlicht werden), soll es nun pünktlich zum Jubiläum am 3.Oktober auch ein "Celebration Box Set" geben, das die CDs des originalen "Phantom of the Opera" enthält, die CD von "Love never dies" und einige relativ spannende Goodies wie ein Nachdruck des Premieren-Programmheftes von 1986, ein Buch, das die Geschichte des Musicals dokumentiert und die DVD "The Phantom Phenomenon", eine einstündige Doku zum Musical. Das Celebration Box Set ist streng limitiert - jedem Set liegt ein nummerierter Medaillon bei. Für Hardcore-Fans sicher ein schönes Must-Have und eine gute Idee. Das Konzert aus der Royal Albert Hall scheint auch in diversen Kinos übertragen zu werden, zumindest in Ländern, die generell wesentlich offener für diese Art von Events sind. Wer also keine Karten für die RAH bekommen hat oder kein Vermögen dafür ausgeben wollte, kann das Konzert zumindest am gleichen Abend auf der großen Leinwand verfolgen.
Sonntag, 4. September 2011
"Zorro" in Maastricht
An diesem letzten schönen Sommerwochenende machte die niederländische Tournee von “Zorro” Station in Maastricht – besser hätte es gar nicht kommen können als nach einem herrlichen Abendessen am Vrijthof hinübergehen zu können in das gleichnamige Theater. “Zorro” mit der Musik von den Gipsy Kings (einschliesslich einiger recycelter Hits wie “Bamboleo”) und einem Buch von Stephen Clark war in London unverständlicher Weise gefloppt, entwickelte sich dann aber unter Produzent Stage Entertainment zum kontinentaleuropäischen Erfolg mit Produktionen in Paris und Moskau. Nun sind die Niederlande dran und wenn man dem Programmheft glauben kann, steht nächstes Jahr Deutschland an.
“Zorro” hat eigentlich alles, was das Musicalherz begehrt – eine mitreißende Musik, die von spanischen Gitarren geprägt wird, eine flotte und wohlbekannte Geschichte (die sich hier an der Interpretation von Isabel Allende anlehnt), farbenprächtige Zigeunerkostüme, Spannung, Romantik und Humor. Die Bühne des Theater aan het Vrijthof war um einiges größer als die doch recht enge Bühne des Garrick Theatre in London, so dass die Darsteller auch entsprechend mehr Platz hatten für die Tanzeinlagen und die Fechtszenen, was der Show gut bekam. Ansonsten wurden Bühnenbild, Kostüme, usw. 1:1 aus London übernommen. Die einzige größere Änderung die ich feststellen konnte, war das Hinzufügen dreier Kinderrollen, die die kindlichen Gegenstück zu den erwachsenen Protagonisten Diego, Ramon und Luisa darstellen sollten und parallel zu ihren Gegenparts auftauchen. War eine nette Idee, die man sich aber auch getrost hätte schenken können.
In der Allende-Version schliesst sich der junge Diego einer Gruppe herumfahrender Zigeuner an, deren Anführerin die rassige stolze Inez ist, mit der er anbandelt. Bis seine Jugendliebe Luisa auftaucht und ihm berichtet, dass sein arroganter Bruder Ramon in Los Angeles die lokale Bevölkerung als Schreckensherrscher nervt. Da verwandelt sich Diego mittels wohlbekannter schwarzer Maske in den schwertschwiegenden Zorro, räumt auf und gewinnt natürlich auch das Herz seiner Luisa zurück. Um die Werbetrommel zu rühren, wurde der Hauptdarsteller mittels Casting-Show im Fernsehen gefunden. Nicht ganz unumstritten fiel die Wahl des Publikums auf Tommie Christiaan, der mir auf Bildern nie gefiel, der aber live durchaus ein sympathischer Titelheld mit netter Stimme war und der sich vor allem hervorragend bewegen konnte. Von den Hauptdarstellern überzeugte jedoch sinnigerweise Understudy Roberto de Groot als böser Ramon am meisten.
Bei den Damen dagegen bewies Stage Entertainment kein glückliches Händchen mit ihrer üblichen Praxis die Hauptrollen an Joop van den Endes Lieblinge zu vergeben. Ex-Donna Lone van Roosendaal war als Inez “okay”, aber sie legte die Rolle zu arrogant-zickig an, ohne den Stolz und das Feuer einer echten Latina zu versprühen. Von dem unglaublichen Charisma, das Lesli Margherita in London in der Rolle mitbrachte, war sie leider weit entfernt. Eine komplette Fehlbesetzung war Michelle Splietelhof als Luisa. Die Dame wusste sich schon aus undefinierbaren Gründen die Uschi im Berliner “Schuh des Manitu” zu sichern, obwohl es sicher auch genug junge deutsche Musical- darstellerinnen gegeben hätte, die diesen Part hätten spielen können und nun spielte sie eine Rolle, die einfach eine zierliche schöne Spanierin vom Typ Penelope Cruz verlangt hätte und keine großgewachsene stämmige Frau Antje. Als sie im ersten Akt im weißen Spitzennachthemd “In Lichterlaaie” (Falling) sang, wartete ich eigentlich nur noch darauf, dass sie mit “Ich gehör nur mir” loslegen würde. Als Elisabeth oder Elphaba kann ich sie mir sehr gut vorstellen – aber als Luisa ging sie gar nicht. In den Nebenrollen traten immerhin echte Spanier auf, die in der großen 11 o’clock-Nummer “Djoba Djoba” ihre großartigen Flamenco-Künste zeigen durften und den ohnehin viel zu warmen Saal nochmal gründlich zum Kochen brachten.
Insgesamte lieferte Stage Entertainment hier bis auf die Ausrutscher beim Casting eine wirklich überzeugende mitreißende Show, die mir viel Spass machte. Allerdings wird sie in den Niederlanden auch zu einem ausgesprochen fairen Preis von 54 Euro für die besten Plätze präsentiert. Ob sie noch genausoviel Spass macht, wenn in Hamburg 120 Euro dafür gelöhnt werden muß, bleibt abzuwarten.
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