Samstag, 30. April 2011

"Sister Act" in Wien mit Sarich und Gomez

Nun bekommt Ana Milva Gomez doch endlich ihre verdiente Chance als Deloris zu glänzen: Bei der Wiener Aufführung von "Sister Act" wird sie die Hauptrolle übernehmen. Das gaben die VBW bei einer Pressekonferenz im Ronacher bekannt, bei der das Ensemble vorgestellt wurde. Whoopi Goldberg war selbst anwesend, da sie heute abend auch bei "Wetten, dass" die Werbetrommel für ihr Musical rühren wird. Eine Überraschung dagegen die Besetzung des Mafioso Curtis Shank mit Drew Sarich, da die Rolle bislang immer von Schwarzen verkörpert wurde. Aber mit dem Namen Sarich wird man in Wien zumindest schonmal seine unzähligen Fans zum Kartenkaufen animieren können.
In weiteren Hauptrollen sind Brigitte Neumeister als Mutter Oberin zu sehen, Thada Suanduanchai als Eddie und Barbara Oberemeier als Mary Robert. Ihre Mitschwestern Mary Lazarus und Mary Patrick spielen Sonja Atlas sowie die Urkomödiantin Kathy Tanner. Das Gangstertrio Bones, TJ und Erkan, wird dargestellt von Martin Berger, Bernhard Viktorin und Arcangelo Vigneri. Premiere in Wien ist am 15.September.

Montag, 25. April 2011

Vollgas am Broadway

Weitgehend unbeachtet von der deutschen Musical-Community die natürlich viel wichtigere Probleme zu diskutieren hatte, standen am Broadway die aufregendsten Wochen des Jahres an: Eine selten gewordene Masse an Premieren, rechtzeitig vor den Tony Awards, die Anfang Juni vergeben werden. Mit Spannung verfolgte man die Berichterstattung auf den Foren und Newsseiten – die Kommentare der Besucher und die offiziellen Kritiken und, soweit vorhanden, Ausschnitte aus den Shows selbst. Nach mehreren mageren Jahren ging der Broadway in diesem Frühjahr in die Vollen, scheint es, mit sovielen Premieren und Revivals wie schon lange nicht mehr. Und nachdem sich der mächtig Staub aufwirbelnde Spinnenmann von seiner Regisseurin getrennt hatte und eine kreative Pause ankündigte, konnte man dann auch endlich mal sehen, was es sonst noch so gab.
Im Bereich der neuen Musicals dürfte “Book of Mormon” der Gewinner des Jahres sein. Seit der ersten Tryout-Vorstellung überschlugen sich die positiven Kommentare der Besucher, die sich da ausnahmsweise einig mit den Kritikern waren. Scheinbar ist den Autoren Trey Parker und Matt Stone das Kunststück gelungen mit ihrer Show einerseits Religion und vor allem religiöse Organisationen durch den Kakao zu ziehen und andererseits trotzdem Respekt vor Gläubigen zu behalten – was in der heutigen Zeit ausgesprochen selten ist. Ein wenig Sorgen macht mir persönlich der oft gezogene Vergleich zu “Spamalot”, eine Show die ich weit weniger witzig fand, als erwartet. Sei’s drum, ich bin heilfroh mir rechtzeitig ein Ticket gesichert zu haben und freue mich darauf, mir ein persönliches Urteil über “Book of Mormon” machen zu können. Das Eugene O’Neill Theatre ist jedenfalls Abend für Abend ausverkauft und schon am frühen Morgen bilden sich Schlangen für die wenigen Stehplatzkarten, die nachmittags verkauft werden. Wenn das Stück wie erwartet die Tony Awards abräumt, dürfte der Andrang nur noch größer werden.

Weniger gut geht es den beiden anderen neuen Musicals der Saison: Das noch während der Tryouts in Seattle hochgelobte “Catch me if you can” des Hairspray-Teams, scheint am Broadway auf weniger Gegenliebe zu stoßen. Nicht nur die Musik wurde kritisiert, sondern auch die eher lahme Geschichte mit Figuren die zu wenig Mitgefühl einluden. Das verwundert wenig, war schon die Filmvorlage mit Leonardo DiCaprio kaum mehr als ein nettes Popcornfilmchen, das man für 7 Euro Kinoeintritt genießen konnte – aber mehr auch nicht. Und ein kleines bißchen Schadenfreude kann ich mir dann auch nicht verkneifen, wenn sich zeigt, dass dieses hektische und manchmal hirnlose Verwursten irgendwelcher Filmvorlagen für die Musicalbühne leider nicht oft wirklich gut funktioniert.
Eine Erfahrung die auch David Yatzbek machen musste, dessen Verwurstung der Almodovar-Komödie “Women on the verge of a nervous breakdown” trotz einer 1A-Cast eher floppte und schon wieder halb vergessen ist. Immerhin wurde die Show tatsächlich auf CD verewigt, so dass man sich ein Bild davon machen kann. Und die Hoffnung auf eine europäische Aufführung, sei’s in London oder idealerweise in Madrid, ist auch noch nicht gestorben. Mit einigen Überarbeitungen dürfte das Stück in Europa, wo Almodovar wesentlich besser bekannt ist und der abgründige Humor eher gefragt ist, sicher besser laufen. Es sei ihm gegönnt.

Den Flop der Saison lieferte – wieder einmal – Frank Wildhorn, dessen “Wonderland” von den Kritikern in der Luft zerfetzt wurde. Das bereitet mir jedoch ausnahmsweise keine Schadenfreude, da ich die CD der Uraufführung in Tampa wirklich mochte und Hoffnung hatte, dass er einmal etwas anderes abliefern würde, als die ewig gleiche seiche Schmonzette um einen starken Mann und die flennenden Weibchen, die ihn umgeben. Doch scheinbar hat man die Show am Broadway zur Unkenntlichkeit verschlimmbessert und die Songs der Tampa-CD entweder gestrichen oder komplett umgeschrieben. Schade auch, dass es immer Wildhorn ist, der die Prügel einstecken muss, auch wenn die Schuld eigentlich bei Jack Murphy zu suchen ist, der nicht nur selten banale Bücher verzapft, egal wie gut die Vorlage ist, sondern vor allem immer grenzdebile Texte zu eigentlich guten Songs schreibt. Man darf gespannt sein, ob es “Bonnie & Clyde” in der nächsten Saison besser läuft – da ist dann ausnahmsweise nicht Murphy am Werk, sondern Don Black, der im Laufe der Zeit auch wirklich gute Songs getextet hat.

Es scheint mindestens ein Musical pro Saison zu geben, das die “gute alte Zeit” der 50’er und 60’er und den Sound der Epoche verwursten muss – in diesem Jahr ist es “Baby it’s you”, das die Geschichte der Girlband The Shirelles und der New Jersey Hausfrau Florence Greenberg, die sie entdeckte und förderte, aufkocht. Dies mag das gleiche Publikum ansprechen, das auch zu “Memphis”, Jersey Boys” und wie sie alle heißen pilgert, aber mich persönlich interessiert es gerade erstmal null.

Zwei weitere Neupremieren sind Importe aus London, die am Broadway auf viel Gegenliebe stoßen: Der australische Hit “Priscilla – Queen of the Desert” und die Bühnenadaption von “Sister Act”. Letzteres scheint man noch ein wenig aufgepeppt und überarbeitet zu haben und dürfte die familienfreundliche Alternative für Touristen aus dem Mittleren Westen darstellen, denen Priscilla oder Book of Mormon zu heikel ist. Die Kritiken waren durchweg freundlich und zumindest bei Patina Miller weiß man bereits, dass sie das Lob wirklich verdient hat.
Auch Priscilla scheint sich überraschend gut zu entwickeln mit guter Auslastung und vor allem absolut positivem "word of mouth" der Besucher, die die großartige Unterhaltung und das große Herz der Show loben. Doch wie lange sich eine derartig freche Show mit drei schillernden Drag Queens in den Hauptrollen am Broadway halten kann, bleibt abzuwarten, wenn sie erstmal auf die Touristen aus den konservativeren Gegenden der USA angewiesen ist.

Neben den ganzen neuen Musicals gab es auch zwei Revivals von älteren Stücken – die beide erst vor einer Dekade am Broadway zu sehen gewesen waren. Sei’s drum. “Anything Goes” bietet die gleiche solide Unterhaltung wie seit Jahrzehnten und gibt der talentierten Sutton Foster, die bislang immer eher die weniger erfolgreichen Shows wie “Thoroughly Modern Millie” und “Shrek” erwischt hatte, die Chance als Reno Sweeney in einer der besten klassischen Rollen des Musicaltheaters zu glänzen.
Das neue Revival von “How to succeed in business without really trying” scheint von Anfang an nur als Vehikel für seinen Leading Man geplant gewesen zu sein, “Harry Potter”-Star Daniel Radcliffe. Und abgesehen von den Hardcore-Musicalfans, die sowieso alle Schauspieler, die es wagen mal auf der Leinwand oder in der Popmusik kommerziell erfolgreich zu sein, in Bausch und Bogen zu verdammen, scheinen die meisten Besucher von seiner Leistung absolut angetan zu sein. Dem talentierten jungen Mann sei es gegönnt, eine echte Karriere auf Bühne und Leinwand zu schaffen ohne dass der Harry Potter ewig an ihm kleben bleibt, so wie Mark Hamill nie wieder von seinem Luke Skywalker-Schatten weg kam. Über einen Transfer nach London wird bereits gemunkelt, also Daumen drücken.


Für mich wird es in diesem Jahr nur eine kleine Stippvisite am Broadway geben um den Spinnenmann und die Mormonen zu sehen – und hoffentlich einen Stapel neuer Broadway Cast Recordings mit heimzunehmen.

Samstag, 23. April 2011

Der dritte Wizard in London?

Overkill war noch nie eine gute Sache, aber das scheint britische Musicalproduzenten nicht zu stören. Nach "Wicked" und dem aktuellen "Wizard of Oz"-Revival soll der Stoff nun auch noch in der dritten bekannten Variante aufgewärmt werden: Der schwarzen Soul-Version "The Wiz" aus den 70'er Jahren, die vor allem durch die Filmversion mit Diana Ross und Michael Jackson bekannt wurde. Treyc Cohen, eine der zahllosen britischen X-Factor-Alumni, soll dabei Dorothy spielen, Clive Rowe den Cowardly Lion. Regie führt Josette Bushell-Mingo.

"The Wiz" wird am 10.Juni im New Alexandra Theatre in Birmingham Premiere feieren und später im West Yorkshire Playhouse in Leeds gastieren. Anschließend ist ein Transfer ins Londoner West End angedacht, wo die produzierende Ambassador Theatre Group genug eigene Theater hat. Ob das Publikum wirklich eine dritte Variante des Stoffes von Frank L.Baum braucht, sei dahingestellt.

Donnerstag, 21. April 2011

"Notre Dame de Paris" - das Jubiläumskonzert in Paris

Eigentlich hätte es schon zum 10.Geburtstag soweit sein sollen, doch Terminschwierigkeiten der vielbeschäftigten Stars machten es unmöglich: Stattdessen wird nun in diesem Dezember ein Traum war: In Paris kommen noch einmal die Stars der Uraufführung von "Notre Dame de Paris" zusammen um das Stück in drei Vorstellungen konzertant zu singen. Mit dem Musical von Richard Cocciante und Luc Plamondon begann 1998 ein Musicalboom in Frankreich, der bis heute anhält. NDP selbst war in vielen anderne Ländern zu sehen gewesen, darunter in Italien, im Londoner West End, in Las Vegas und zuletzt in Flandern.

Am 16.,17. und 18.Dezember kommen die Stars von damals nun noch einmal zusammen, begleitet von einem 40-köpfigen Ensemble und einem 70-köpfigen Orchester. Alle werden dabei sein: Hélène Segara, Patrick Fiori, Garou, Bruno Pelletier, Daniel Lavoie, Luck Mervil und Julie Zenatti. Leider hat man sich als Veranstaltungsort den völlig überdimensionierten Palais Omnisports in Bercy ausgesucht - dies ist wohl ein Kompromiss um möglichst vielen Fans die Chance für ein Wiedersehen zu geben, nachdem der ursprüngliche Plan, mindestens einen Monat lang wieder im Palais des Congrès zu spielen, nicht geklappt hat. Aber wer nicht gerade ein Vermögen für die ersten Parkettreihen ausgeben will, wird das Konzert wohl in erster Linie auf der Leinwand verfolgen - da kann man auch gleich auf die garantiert erscheinende DVD warten.

"Little Shop of Horrors" statt "Moby Dick"

Das Landor Theatre in London musste die geplante Aufführung von "Moby Dick" leider aufgrund von Finanzierungsproblemen absagen - doch ein Ersatz war relativ schnell gefunden: Die Produktion von "Little Shop of Horrors" im White Bear in Kennington soll nun die Lücke im April stopfen. In Kennington war die Aufführung ein großer Hit und ständig ausverkauft. Auch wenn es für Londonbesucher, gerade aus Deutschland, wo der Horrorladen seit Jahren zu Tode genudelt wird, vielleicht nicht so aufregend ist wie das Moby Dick-Revival, ist es doch schön, dass sich ein Transfer gefunden hat. Dem Landor Theatre sei's gegönnt.

Dienstag, 19. April 2011

"Jézus Krisztus Szupersztar" in Budapest

Während man sich wieder mal mit größter Hingabe dem infantilen Wien vs Hamburg-Streit widmet, konnte ich ein paar Tage in der viel zu wenig beachteten Musical-Metropole weiter östlich an der Donau verbringen: Dem schönen Budapest. Bei einem ersten Kurztrip vor einigen Jahren spielte am einzigen Abend gar kein Musical. Nun blieb mir zwar wieder die Chance verwehrt, einmal das "andere" Phantom oder die "anderen" Katzen zu sehen, doch zumindest stand im Madách Szinház ein anderer großer Hit von Andrew Lloyd Webber auf dem Programm: Passend zu Ostern spielte man "Jesus Christ Superstar". Damit hatte sich dann auch die Sprachbarriere schon schön erledigt, da ich dieses Stück ebenfalls in und auswendig mitsingen kann. Und für ganze 21 Euronen gab es hervorragende Plätze vorne im Parkett (von wo aus das Mitlesen der Übertitel nicht ganz so einfach sein würde).

So war ich ganz einfach froh, dieses Theater mal von Innen zu sehen und schon die ersten 2-3 Songs erinnerten mich daran, WIE verdammt gut dieses Stück eigentlich ist. Und wie verdammt gut Andrew Lloyd Webber in jenen Jahren drauf war: Ein Doppelalbum, das in den Charts weltweit ewig Nr.1 war, mit Songs die jeder Jugendliche kannte, mit einer Thematik, die bei diversen Premieren zu Skandälchen führten und eine verdammt clevere Show, bei jeder Song und jede Textzeile ganz einfach sitzt. Von Seiner guten alten Lordschaft erwarte ich ja gar nicht mehr ein derartig modernen, bahnbrechendes Werk, aber wo sind die Nachfolger, die ein "Musical" noch weltweit in aller Munde bringen (und nicht aus völlig falschen Gründen wie nun bei Spiderman geschehen).

Mein letzter Besuch bei JCS ist nun schon wieder etliche Jahre her, da es leider zu den Stücken gehört, die in Deutschland bis ins allerletzte Provinztheater durchgenudelt werden und man daher einfach nicht mehr die Chance hat, dem Stück frisch und unvoreingenommen zu begegnen. So waren meine letzten beiden Besuche dann auch englischsprachige Versionen - die modernisierte Variante in der Regie von Gail Edwards, bei der die Apostel mit Maschinengewehren durchs Heilige Land stapften und die "römische" Version in London mit dem originellen Amphitheater-Arrangement.

Im Madách-Theater wurde nun schön traditionell gespielt und unter Einsatz von vielen Projektionen. Den Sanddünen-Dattelpalmen-Look findet man zwar nicht in Israel, aber sei's drum, andere Bilder waren dafür sehr gelungen, vor allem die Stadtmauern Jerusalems und die stets wachsende Zahl der Anhänger draußen in der Wüste bei "Hosanna".
Auch die Darsteller können mit ihren "westlichen" Kollegen mithalten (und selbstredend schaffen es auch die Ungarn, ihre Produktionen mit komplett einheimischen Ensembles zu besetzen). Attila Tóth gab einen sehr typischen Jesus, der weißgewandet und sanftmütig durch die Szenerie schwebte um es dann bei "Gethsemane" so richtig krachen zu lassen, dass mir die Spucke wegblieb. Sein Gegenspieler Judas war ein weiterer Attila (Serbán), der mir zuerst ein bisschen milchgesichtig daherkam, was dann aber irgendwie gut zum Klischee "jugendlicher Rebell" gegen den abgeklärten Jesus passte. Lilla Polyák war eine ausgesprochen hübsche Maria Magdalena, bei der jeder verstehen konnte, warum Jesus seine eigene Lehre mal eben unter "was interessiert mich mein Geschwätz von gestern" beiseite schiebt, aber stimmlich wurde ich nicht mit ihr warm. Auch der Rest des Ensembles gab eine sehr solide Vorstellung ab und Herodes gelang es dann auch mal, wirklich komisch und nicht peinlich zu sein, wie so manche seiner Vorgänger.


Was die Qualität seiner Produktionen betrifft, braucht sich Budapest - zumindest diesem Eindruck nach - wirklich nicht zu verstecken. Und die Stadt an sich ist ohnehin eine Reise wert.

Dienstag, 12. April 2011

"Lend me a tenor" in London

Im Theater scheint schon die Saure Gurken-Zeit angebrochen zu sein, in der sich die Macher mental in den Sommerurlaub verabschiedet haben und es kaum noch Neuigkeiten gibt. In Deutschland werden nach und nach die Spielpläne für die kommende Saison veröffentlicht – mit dem üblichen vorhersehbaren Einheitsbrei aus My Fair Rocky Jesus Evita Lady (und wieder mal der rühmlichen Ausnahme des TfN in Hannover), in New York dreht sich alles um die aktuellen Premieren und die bevorstehenden Tony Nominierungen und in London – naja, da gibt’s scheinbar nur das Thema Royal Wedding. Immerhin klingen die ersten Vorberichte zu „Betty Blue Eyes“ und auch „Ghost“ in Manchester durchweg positiv.

Und während sich die „Umbrellas of Cherbourg“ vorzeitig aus dem West End verabschieden mussten, bleibt das Gielgud Theatre wenigstens nicht lange leer: Schon im Juni soll ein neues Musical einziehen – die musicalische Version der Komödie „Lend me a Tenor“, die im letzten Herbst in Plymouth zu sehen war. In der klassischen Farce waren u.a. Sally Ann Triplett, Matthew Kelly, Michael Matus und Damian Humbley zu sehen. Die Musik stammt von Brad Carroll, Buch und Texte von Peter Sham. Ab dem 2.Juni gibt es Previews, die Premiere findet am 15.Juni statt.

Donnerstag, 7. April 2011

"La cage aux folles" schliesst am Broadway

Beginnt nun das sommerliche Musicalsterben am Broadway? Als erste Show hat "La cage aux folles" nun bekannt gegeben, dass es sich am 1.Mai verabschieden wird. Immerhin brachte es der Import aus London dann auf 433 Vorstellungen - und eine US-Tournee für den Herbst ist schon geplant. Zuletzte waren Harvey Fierstein und Christopher Sieber in den Hauptrollen zu sehen; ob sie auch bei der Tournee dabei sind, steht noch nicht fest. Der Abschied von "American Idiot" ist schon länger beschlossene Sache; nun bleibt abzuwarten, welche anderen Shows sich noch vor dem Sommer verabschieden. Dies wird vermutlich nach Bekanntgabe der Tony-Nominierungen und nach der Verleihung der Awards verkündet, wenn die leer ausgegangenen Shows die letzten Marketing-Hoffnungen verlieren.

Heiße Kandidaten sind neben den weniger erfolgreichen Neupremieren wie "Wonderland" die zusammengeschusterten Jukebox-Shows "Million Dollar Quartet" und "Rain" - und auch die "Addams Family". Da hofft man nun darauf, dass Brooke Shields als Morticia noch einmal für einen Rush auf Karten sorgt. Aber in einer Saison die so vollgepackt ist mit erfolgreichen neuen Musicals erscheint mir dies unwahrscheinlich. Für "Book of Mormon" - dem heißesten Kandidaten in dieser Saison alle wichtigen Tonys abzuräumen - sind jetzt schon kaum noch Karten für die Sommermonate zu bekommen. Trey Parker sprach gegenüber der britischen Times schon von einem möglichen Transfer ins West End.

Montag, 4. April 2011

Mel Brooks' "Frankenstein Junior" in Paris

Wer hätte es gedacht? Ausgerechnet die Franzosen warten mit der europäischen Uraufführung von Mel Brooks' zweitem Musical "Frankenstein Junior" auf. Es wird vom 14.Oktober bis 27.November im Théâtre Dezajet in Paris gespielt, produziert von Lorenzo Vitalis. An der Seine, wo Mel Brooks seine gierigen Finger nicht selbst im Spiel hat, kann man das Stück auch für anständige Preise genießen: Die teuersten Karten kosten 46 Euro; in der Preview-Woche vom 14.-23.Oktober sogar nur 30 Euro. Zusammen mit Kamel Ouali's "Dracula" bietet sich Paris also wieder mal für ein interessantes Musicalwochenende im Herbst an...

"Umbrellas of Cherbourg" schliesst vorzeitig

Die innovative Bühnenversion des französischen Filmklassikers "The Umbrellas of Cherbourg" von Kneehigh wird sich am 21.Mai nach nur zwei Monaten schon wieder aus dem West End verabschieden. Das Stück fand von Anfang an wenig Anklang - manche konnten generell nichts damit anfangen, andere waren der Meinung dass es dem Film nicht gerecht wurde. Einzig die Darsteller, vor allem Kabarettistin Meow Meow, erhielten Lob für ihre Leistungen. Für Michel Legrand ist es der zweite Flop in Serie in London, nachdem schon sein neues Musical "Marguerite" auf wenig Gegenliebe stieß. Wenn man bedenkt, dass auch die französischen Spectacles "Notre Dame de Paris" und "Romeo et Juliette" in London floppten, sollte man wohl davon ausgehen, dass man auf beiden Seiten des Kanals mit dem musicalischen Austausch nicht glücklich wird. Schade, dass so wenig Offenheit herrscht. Und dass das West End dann wohl noch weiter den Bach runtergehen wird mit touristischen Langeweilern wie dem "Million Dollar Quartet".