Die Geschichte hätte sich Max Bialystock auch nicht besser ausdenken können: In den Niederlanden steht die von Mark Vijn produzierte Tournee von "The Producers" bereits eine Woche nach der Premiere im Chassé-Theater Breda vor dem Aus. Am Samstag ließ Mark Vijn verlauten, dass der Kartenvorverkauf derartig schlecht liefe, dass er daran denke, das Stück nach der Spielzeit in Breda einzustampfen. Seiner Meinung nach liegt es am "schlechten wirtschaftlichen Klima" und daran, dass sich zuviele Menschen darauf verlassen, sehr kurzfristig rabattierte Karten zu erwerben. Wovon sich ein Musical nunmal nicht bezahlen ließe. Selbst per email wurde ein Aufruf an Musicalliebhaber rundgeschickt, die Show zu retten indem man Karten kaufe. Bitte jetzt sofort. Sollte sich die Situation bis Sonntag Abend nicht bessern, müsse man die Show schließen. Manche dachten daraufhin gleich an einen Publicity Stunt, passend zum Stück und seinen chaotischen Produzenten.
Tatsächlich ist es aber wohl einfach so, dass die "Producers" außer in den USA, wo sie von der maßlosen Hype rund um die Premiere am Broadway und die zahllosen Tonys begleitet wurden, nirgendwo so richtig ein Hit wurden. Joop van den Ende hatte vorausschauend die kontinentaleuropäischen Rechte abgelehnt und das Feld kleineren Produzenten überlassen, die seitdem damit auf die Nase fielen. Das Thema "Hitler" ist auf dem Kontinent vermutlich einfach zu ernst, zu historisch beladen und noch zu frisch um es in einem Musical zu veralbern. Auch die Kartenpreise von 60 Euro für gute Sitze dürften in den Niederlanden, wo sonst nur die jeweilige Top-Tournee von Joop van den Ende diese Preise verlangt, zum mangelnden Kartenabsatz beigetragen haben und die starke Konkurrenz, sowohl auf Tournee (Zorro, Petticoat) als auch in Residenz (Soldaat van Oranje, Miss Saigon, Wicked). Wie der "Telegraaf" am heutigen Montag berichtet, waren in Breda durchschnittlich nur 400 von 1400 Plätzen verkauft worden. Nun will Mark Vijn mit Investoren verhandeln um das Stück und seine Produktionsfirma zu retten. Wie ironisch, dass ausgerechnet die "Producers" einen der größten Produzenten in den Niederlanden zu Fall bringen.
Update: Das definitive Aus wurde am heutigen Nachmittag verkündet. Alles Gute den Darstellern und Produzenten, dass die Firma an sich noch zu retten ist.

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