Solide, zuverlässig, gediegen – so präsentiert sich Broadwaystar Matthew Morrison seit zwei Jahren als Spanischlehrer und Clubleiter Will Schuester in „Glee“, die ihn auch jenseits der New Yorker Theaterszene berühmt machte. Und genauso präsentiert sich nun auch seine erste Solo-CD, die vor einigen Wochen erschienen ist und vor allem den Gleeks Spass machen wird. Positiv zu vermerken ist, dass Morrison sich an neu- (und teilweise selbst-)geschriebene Songs gewagt hat, statt den üblichen Weg zu gehen und die ewig gleichen Musicalsongs zum gefühlt 245.Mal einzusingen. Dabei gelang es ihm sogar Popschwergewichte wie Sting und Elton John für Duette ins Studio zu holen, sowie Glee-Partnerin Gwyneth Paltrow, mit der er eine nette Version von „Somewhere over the Rainbow“ samt Ukulele zum besten gibt. Aber so richtig zünden wollen die zehn Tracks der CD nicht. Solider Mainstream-Softrock, der ganz gut zur musikalischen Untermalung einer abendlichen Autofahrt taugt, aber in dieser Form schon viel zu oft zu hören war und auch nicht wirklich hilft neue Facetten von Matthew Morrison jenseits des grundsoliden „Mr Shue“ zu entdecken. Neben der netten Single „Summer Rain“ und dem etwas flotteren „Still got tonight“ gefällt mir persönlich das Sting-Duett „Let your soul be your pilot“. Elton John dagegen klingt wie Elton John seit über 30 Jahren eigentlich immer klingt und Songs wie „My Name“ und „It’s Over“ taugen vor allem als Schlaftablette.
Auch in den USA scheint die CD nicht auf die gewünschte Gegenliebe zu stoßen oder wurde seine Popularität überschätzt: Die geplanten Solo-Konzerte wurden jedenfalls schon fast stillschweigend abgeblasen – stattdessen begleitet Morrison ausgerechnet die Boyband-Mumien von New Kids on the Block auf Tournee. Schade, Matthew, da wäre sicher mehr drin gewesen.
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