Mittwoch, 29. Dezember 2010

"Women" verabschiedet sich drei Wochen früher als geplant von New York

Nach enttäuschenden Auslastungszahlen über Thanksgiving und Weihnachten verabschiedet sich die Musicaladaption "Women on the verge of a nervous breakdown" drei Wochen früher als geplant vom Broadway und gesellt sich zum großen Musicalsterben am 2.Januar. Damit dürfte es endgültig als "größte Enttäuschung der Saison 10/11" in die Annalen eingehen. Hier waren schliesslich alle Zutaten zu einem grandiosen Hit beisammen: Eine Vorlage, die selbst ein preisgekrönter Kulthit ist, ein Komponist, der bereits zwei recht gelungene Scores geschrieben hat, ein im letzten Jahr mit Awards überhäufter Regisseur und schliesslich ein Ensemble an Broadway Leading Ladies, nach dem sich jeder andere die Finger schlecken würde.
Doch selbst Sherie Rene Scott, Patti LuPone und Laura Benanti lockten die Leute nicht ins Belasco Theatre. Und von der New Yorker Bridge & Tunnel Crowd und den Touristen aus dem Mittleren Westen zu erwarten, dass sie ein Frühwerk eines europäischen Kultregisseurs kennen und auf der Bühne sehen wollen, war natürlich ohnehin zu hoch gegriffen. Mit den Hipstern aus Williamsburg und dem Village allein lässt sich kein Theater füllen. Schade jedoch, dass auch die Score von David Yatzbek scheinbar so schlecht ist, dass man das Werk nichtmal auf CD für die Allgemeinheit festhalten will - da gab es schon üblere Flops, die trotzdem aufgenommen wurden.

Schade Schade. Da hilft nur das Warten auf den nächsten Almovodar-Film hüben und einen neuen amerikanischen Musical-Hit drüben.

Montag, 27. Dezember 2010

"By Jeeves" wieder in London

Fans von Andrew Lloyd Webbers Werken haben im Februar noch einmal die Gelegenheit, seine leichtgewichtige Komödie „By Jeeves“ zu erleben: Das Landor Theatre in Clapham zeigt das Frühwerk von Webber und Alan Ayckbourn vom 31.Januar bis 5.März, Regie führt Nick Bagnall. Wer in den Hauptrollen zu sehen ist, steht noch nicht fest. „By Jeeves“ basiert auf den berühmten Romanen von P.G.Wodehouse um den jungen schusseligen Adeligen Bertie Wooster und seinen Butler Jeeves, der ihm und seinen ebenso dusseligen Freunden immer wieder aus der Patsche helfen muß. Auch eine Fernsehserie mit dem Comedy Duo Stephen Fry und Hugh Laurie (lange vor dessen Weltruhm als Dr House) war in Großbritannien ein großer Erfolg.
Der ersten Musicalversion von 1975 war dagegen wenig Erfolg beschieden – und wurde vor allem als einziger großer Flop von sowohl ALW als auch Alan Ayckbourn berühmt, bis sich die beiden zwanzig Jahre später noch einmal an das Stück setzten und es dann mit etwas mehr Erfolg sowohl in London als auch am Broadway noch einmal zur Aufführung brachten. Meinesachtens ist „By Jeeves“ köstlich-schräge und durchaus sehenswerte Unterhaltung – man sollte sich lediglich bewusst sein, dass es hier bis auf „Half a Moment“ keine ALW-typischen Breitbandballaden gibt und nur minimale Bühnenbilder.

Sonntag, 26. Dezember 2010

Stoppt eine Treppe "Rebecca" in London?

Nachdem sich die Nachricht schon in der letzten Woche in den Foren verbreitet hatte, kam nun ein offizielles Statement von Produzent Ben Sprecher. Wie professionell es ist, die Absage nur in einem Fanforum bekannt zu geben und nicht über offizielle News, lasse ich mal lieber unkommentiert. Nachdem die Kunde herumging, dass das Bühnenbild für "Rebecca" nicht ins Shaftesbury Theatre passt, gab Sprecher nun bekannt, dass die große Treppe von Manderlay "schuld" daran ist, dass das Musical nicht aufgeführt werden kann. Von einem alten Bach, der unter dem Theater verläuft, ist die Rede und von Mauern, die entfernt werden müssten.
Nun gehört das Shaftesbury zu den größeren Theatern in London und hat etliche Musicals mit üppigen Bühnenbildern beheimatet. Da scheint mir das Geschwafel davon, die "künstlerische Vision" erhalten zu wollen, als Quatsch mit Soße – wie gut kann ein Musical sein, wenn sein Wohl und Weh von einer Treppe abhängt? Nun bin ich zwar weiß Gott kein großer Fan von "Rebecca", doch ich bin überzeugt, dass das Stück nicht daran gescheitert wäre, wenn die Treppe ein bißchen kleiner ausgefallen wäre. Ein kreativer Bühnenbildner ist außerdem immer fähig, sich an die Gegebenheiten anzupassen – wie sonst hätte ein "Starlight Express" je in einem vorhandenen Theater starten können?
Bleibt abzuwarten wie es weitergeht – immerhin dürfte das Adelphi Theatre in nicht allzuferner Zukunft frei geben und dass man dort überdimensionierte Treppen unterbringen kann, hat "Sunset Boulevard" in den 90’ern bewiesen…

"Next to Normal" in Schweden und den Niederlanden

Nach der erfolgreichen Europapremiere in Oslo wird "Next to Normal" bald auch im Nachbarland Schweden zu sehen sein. Dort hat die Värmlandsopera in Karlstad (die u.a. auch "Elisabeth" und "Mozart" zeigte) die schwedische Premiere für Februar 2012 im kleinen Haus angekündigt. Eine Besetzung wurde zwar noch nicht bekannt gegeben, doch man kann fast annehmen, dass die Stars der Musicalabteilung, Cecilia und Christer Nerfont das Ehepaar Diana und Dan Goodman spielen werden.

In den Niederlanden hat sich derweil Simone Kleinsma für die Rolle der Diana ins Gespräch gebracht, wenn das Stück im Amsterdamer M-Lab Premiere feiert. Allerdings steht noch nicht fest, wann genau Stage Entertainment das Musical auf die Bühne bringen wird.

Freitag, 24. Dezember 2010

Filmkritik: Burlesque

Zur Weihnachtszeit gehörte in den letzten Jahren scheinbar auch immer eine Musicalverfilmung. Nachdem diese meistens alles andere als Goldesel waren, ist die Flut von Verfilmungen zu einem Rinnsal geworden – GottseiDank, mag so mancher Musicalfan angesichts der Verwurstungen denken. In diesem Jahr gibt es dann auch statt einem verfilmten Musical einen verlängerten Videoclip von Christina Aguilera mit dem Titel "Burlesque".

Über zwei Stunden wird hier die weidlich bekannte Geschichte des Provinzmädels ausgewalzt, das aus Iowa nach Los Angeles geht um dort ihr Glück im Showbiz zu suchen. Sie stolpert in einen Burlesque Club und ist von dieser Art der Unterhaltung, die in den letzten Jahren dank Dita von Teese ein weltweites Comeback gefeiert hat, so begeistert, dass sie zunächst als Kellnerin dort anfängt zu arbeiten und später natürlich zum Star der Show aufsteigt. Die "Show" ist in diesem Fall amerikanisch-brav und die Tänzerinnen kommen meistens daher als seien sie aus "Chicago" oder "Cabaret" entlaufen. Von dem was Burlesque eigentlich ausmacht, diese einzigartige Mischung aus Variete, Zirkus und Erotik, sieht man eher wenig. Macht aber auch nichts, zumal das große Burlesque Revival auf den Bühnen auch meistens eher als etwas gepflegtere Tittenshow daherkommt, in der sich der Businessman von Welt ohne Erröten sehen lassen kann um sich an nacktem Frauenfleisch zu delektieren. Da hilft auch das übliche pseudo-feministische Geschwafel von Selbstentfaltung nix. Aber das nur nebenbei.

Die Geschichte von Ali entwickelt sich ausgesprochen spannungsarm – das Herzerl aus Iowa gewinnt schnell alle für sich, angefangen vom hübschen Barkeeper Jack (Cam Gigandet, der als James durch den Twilight-Blödsinn geisterte), der zufällig hetero ist und zufällig eine Freundin hat, die in New York am Broadway spielt und böserweise nur an sich selbst denkt, so dass er sie am Ende natürlich bequem für Ali dumpen kann (Glee-Star Dianna Agron hat einen Miniauftritt als eben diese Freundin) bis zur Clubbesitzerin Tess (Cher, deren Wachsfigur bei Madame Tussauds mittlerweile lebendiger wirkt als die Dame selbst), die in Ali ihr jugendliches Selbst entdeckt. Nach viel Musik und Tanz lösen sich dann sämtliche Konflikte in den letzten 15 Minuten in Wohlgefallen auf – eine vergebene Chance, denn Potenzial steckte durchaus in der Geschichte. Und Cher hat sogar einen ganz großen Bühnenmoment mit dem (für den Film geschriebenen) Song "You haven't seen the last of me", der zwar falsch platziert ist, aber trotzdem unter die Haut geht und bereits für den Golden Globe nominiert wurde.


Getragen wird der Film natürlich von Christina Aguilera, die auf eigene Art fasziniert. Ihr Schauspieltalent besteht aus einem einzigen saumseligen Gesichtsausdruck und geht gegen Null, doch sobald sie auf der Bühne steht und singt, ist sie auch in der Performance absolut brilliant und mitreißend. Sie dürfte damit das genaue Gegenteil sein von den oft monierten Schauspielern in Musicalfilmen, die zwar gut spielen aber am Gesang scheitern. Und da weiß ich nun, was mir – zumindest bei ernsthaften Filmen – wichtiger ist. Faszinierend auch wie hübsch diese Frau eigentlich ist, wenn sie sich in einigen wenigen Szenen mal ohne tonnenweise Make Up präsentiert. In den Nebenrollen sind u.a. Kristen Bell, Stanley Tucci und Alan Cumming zu sehen, der hier noch einmal seinen Emcee aus "Cabaret" aus der Mottenkiste holt.

Wer einen ernsthaften Film mit spannender Handlung erwartet, sollte sich "Burlesque" sparen – aber wer sich an hübschen Tänzerinnen erfreuen kann, an brillianten Choreographien und guter Musik, der kann hier einen netten Abend erleben.

Montag, 20. Dezember 2010

Love never dies - 12 Days to Christmas

Wie üblich sind die Tage vor Weihnachten stressig-schön mit zuvielen Weihnachtsfeiern, Glühweinen und Spritzgebäck. Daher statt Neuigkeiten lieber diesen netten Clip, den das Ensemble von "Love never dies" backstage zusammengestellt hat:

Samstag, 18. Dezember 2010

Spiderman vertagt sich auf Februar


Die Gerüchte haben sich bestätigt: die Premiere von Spiderman am Broadway wurde zum vierten Mal verschoben und soll nun “irgendwann im Februar” stattfinden. Nach finanziellen und technischen Problemen ist es nun die Show selbst, an der noch gearbeitet werden soll. Die vielen negativen Kommentare der Preview-Besucher haben scheinbar Wirkung gezeigt: Das Buch wird überarbeitet, das Finale komplett neu inszeniert und Bono und The Edge wollen womöglich auch noch neue Songs beisteuern.

Da die Previews weiterlaufen, braucht es wenigstens keine umständlichen Umtauschaktionen für Tickets mehr geben. Und ich persönlich denke, es ist besser die Premiere nochmal zu verschieben und schließlich ein wirklich überzeugendes Produkt zu präsentieren das dann jahrelang läuft, als ein halbgares Werk mit äußerst fragwürdiger Geschichte auf die Bühne zu bringen, das negatives Feedback generiert und an dem immer wieder rumgeschraubt wird bis auch der letzte gutwillige Fan keine Lust mehr hat, es nochmal zu sehen (yes, I’m talking to you, Lordship).


Freitag, 17. Dezember 2010

Schottenrock im Kohlenpott?

Manchmal fragt man sich, was die Leute sich so denken. Und ob man ihnen einen VHS-Kurs "BWL für Anfänger" spendieren soll. Da gibt es einen mittelmäßig erfolgreichen Musicaldarsteller aus Wien, der einen Narren an Mel Gibsons Mittelalterschinken "Braveheart" gefressen hat und aus irgendeinem Grund meint, dass sich die Geschichte um den schottischen Freiheitskämpfer William Wallace gut als Musical machen würde. Soweit so gut. Der normale Vorgang wäre nun wohl mit einem Komponisten eine erste Fassung zu erstellen, ein Demo aufzunehmen und mit Workshops und Readings Interesse zu generieren. Eine kleine Produktion irgendwo aufzuziehen um das Stück vorzustellen. Vielleicht einen der großen Produzenten wie die VBW oder Stage Entertainment ins Boot holen um ein Tryout in einem großen Theater zu spielen oder es an einem Stadttheater zu versuchen oder an einer Freilichtbühne. Für einen schottischen Stoff wie Braveheart bietet sich natürlich auch das Edinburgh Festival an – da könnte man gleich noch ein tolles Promovideo dranhängen mit Ausschnitten aus der Show und Aufnahmen in den Highlands. Aber nein. Der schwere Weg über Workshops, Tryouts und Klinken putzen reicht natürlich nicht.

Stattdessen setzte sich Wolfgang DeMarco – so heißt der Autor von „Roter Mond“, der das Stück zusammen mit Komponist Todd Schroeder auf die Beine stellt – in den Kopf, gleich eine große Produktion im Bremer Musicaltheater aufzuziehen. Jenem zwar sehr schönen Bau, in dem bislang noch alle Uraufführungen untergegangen sind – von amateurhaftem Kram wie "Robin Hood" bis zur wirklich gelungenen "Marie Antoinette". Das Projekt in Bremen scheiterte jedoch an der Finanzierung – doch statt auf den Boden der Tatsachen zu kommen, verlagerte DeMarco nun sein Interesse nach Duisburg. Dort, wo seit dem mäßig erfolgreichen Run von "Les Miserables" Mitte der 90‘er kein einziges Musical mehr länger im Theater am Marientor spielte, soll nun im kommenden Jahr die Uraufführung sein.


Wenn dort schon eines der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten in der Zeit eines beispiellosen Zuschauerbooms beim Genre Musicals nicht wirklich zündete – wie in aller Welt soll dann dieses völlig unbekannte Erstlingswerk funktionieren? Und wer bitte will sich "Braveheart" eigentlich als Musical ansehen? Schon Mel Gibson musste ordentlich an der Wahrheit drehen um das Leben von William Wallace leinwandtauglich zu machen – will man die fiktive Liebesgeschichte zwischen ihm und Queen Isabella (die sich in Wirklichkeit nie trafen) noch weiter ausbauen? Wie will man eine Geschichte auf die Bühne bringen, deren Filmversion vor allem durch epische Schlachten, wunderschöne Breitbandaufnahmen der Highlands und nicht zuletzt auch den gelungenen Soundtrack von James Horner beeindruckte?

Wie schwer ist es eigentlich sich Gedanken darüber zu machen, ob der eigene Spleen auch für eine breitere Masse von Interesse ist? Ich persönlich finde die Geschichte der syrischen Königin Zenobia auch faszinierend – trotzdem weiß ich, dass sie kaum jemand kennt und sicher nicht bereit wäre 100 Euro für ein Musical über sie hinzublättern (außer vielleicht wenn jemand wie Andrew Lloyd Webber dahinterstünde, der schon einer bis dato unbekannte argentinische Präsidentengattin zu Weltruhm auf der Musicalbühne verhalf...).


Vielleicht liege ich ja auch falsch. Ich lasse mich gerne eines besseren belehren. Aber leider sehe ich in Duisburg nur einen weiteren großen Flop mit ungezahlten Löhnen, Schulden und Chaos heraufziehen. Das hat weder die ohnehin schon gebeutelte Stadt noch das Genre Musical verdient.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Dresden läuft sich für "Passion" warm

Liebe Dresdner, wenn ihr nicht gerade am entgegengesetzten Ende der Republik wärt, würde ich ja sehr gerne zur Premiere von "Passion" kommen - aber so geht es momentan leider nicht. Trotzdem rühre ich gerne für euch die Werbetrommel - denn der Mut zur deutschsprachigen Uraufführung von Stephen Sondheims "Passion" soll belohnt werden, mit möglichst vollem Haus und vielen Gästen die mal was anderes sehen möchten als den sonstigen Einheitsbrei an Stadttheatern.

1994 fand die Uraufführung in New York statt, ein Jahr später war London mit Michael Ball und Maria Friedman dran. Auch eine niederländische Tournee mit dem Top-Trio Vera Mann, Stanley Burleson und Pia Douwes hat es schon gegeben - nur in Deutschland, wo sich die Stadttheater so gerne ihre Ernsthaftigkeit auf die Kappe schreiben, fehlte wohl der Mut zu Sondheim und der gute Mann mußte erst 80 werden, bis man sich immerhin an "Into the Woods" (Hagen, Kassel) und jetzt "Passion" wagt. Natürlich ist das Stück kein so wahnsinnig großer Wurf, der nach zahlreichen Aufführungen schreit, aber als intensives Kammerspiel ist die Dreiecksgeschichte zwischen dem schönen Offizier Giorgio, der die hübsche junge Clara liebt und zugleich von der kränklichen hässlichen Fosca bis zur Selbstaufgabe geliebt wird, ein absolut mitreißendes Werk.

Die deutsche Übersetzung stammt von Roman Hinze, Regie führt Holger Hauer. In den Hauptrollen sind Vasiliki Roussi (Fosca), Marcus Günzel (Giorgio) und Maike Switzer (Clara) zu sehen. Premiere in der Staatsoperette Dresden ist am 28.Januar. Wer noch ein Weihnachtsgeschenk für einen Musicalliebhaber sucht, dessen Horizont über die Großproduktionen hinausgeht, sollte hier zuschlagen.

Freitag, 10. Dezember 2010

Konzertante Aufführung von "Company" in New York mit Neil Patrick Harris

Das passt doch wie der sprichwörtliche A*** auf Pott: Neil Patrick Harris, der ewig bindungsscheue Junggeselle Barney Stinson aus “How I met your mother” wird im April 2011 als ewiger Junggeselle Bobby in Sondheims “Company” zu sehen sein – in einer konzertanten Fassung der New York Philharmonic im Lincoln Center in der Regie von Lonny Price. Zu den bekanntesten Songs des Musicals gehören “Being Alive”, “Side by Side by Side” und “The Ladies who Lunch”.
Bleibt zu hoffen, dass die Philharmoniker eine CD des Konzertes einspielen, so wie sie es vor einigen Jahren schon mit “Sweeney Todd” gemacht haben. Dass sie Josh Radnor und Jason Segel zu ihm auf die Bühne scheuchen, wage ich ja erst gar nicht zu glauben.

Niederländische Cast für "Wicked" wird konkret

Die Planungen für die niederländische Uraufführung von “Wicked” in Scheveningen werden immer konkreter. Neben Willemijn Verkaik, die höchstwahrscheinlich zumindest in den ersten vier Monaten wieder als Elphaba auf der Bühne steht, wird Pop-Schönling Jim Bakkum als Fiyero zu sehen sein.
Bereits mit 15 Jahren gelang ihm der Durchbruch in der ersten Staffel von “Idols” (der niederländischen Variante von DSDS) wo er den zweiten Platz eroberte und einen Plattenvertrag erhielt. Später gewann er mit Partnerin Julie Fryer die TV-Show “Dancing with the Stars” und spielte seine ersten Musicalrollen – Danny in “Grease” und Nick in “Fame”. Zuletzt war er als Link Larkin in der niederländischen Version von “Hairspray” zu sehen und veröffentlicht weiterhin fleißig Pop-CDs. Noch nicht offiziell bestätigt wurde jedoch das hartnäckige Gerücht, das Chantal Janzen als Glinda dabei sein wird. Auch das Premierendatum steht noch immer nicht fest.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Neues von Duncan Sheik

Abgesehen von der niederländischen Aufführung von “Spring Awakening” gibt es mal wieder Neuigkeiten von Komponist Duncan Sheik, dessen bisherige Nachfolgeproduktionen “Whisper House” und “Nero” noch nicht richtig an Schwung gewonnen haben. Einerseits arbeitet er gerade an einem Musical über die amerikanische Autorin Carson McCullers, die u.a. mit den Romanen “The heart is a lonely hunter” (verfilmt mit Alan Arkin) und “Reflections in a Golden Eye” (verfilmt mit Marlon Brando und Elizabeth Taylor) bekannt wurde. Auch ihr Privatleben war stürmisch und von Alkoholismus und Krankheiten geprägt, ehe sie mit nur 50 Jahren verstarb. Das Musical “Carson McCullers talks about Love” soll am 20.April im New Yorker Rattlestick Playwrights Theatre Premiere haben – die Hauptrolle spielt niemand geringeres als Suzanne Vega. Eine erste Kostprobe des Stückes gab Suzanne Vega in der vergangenen Woche in Harvard zum Besten.

Laut der New York Post ist Duncan Sheik weiterhin mit der Adaption des “Skandalromans” American Psycho von Bret Easton Ellis beschäftigt, zu dem Roberto Aguirre-Sacasa das Buch schreibt. Eine Bühnenproduktion des Werkes ist bislang jedoch noch nicht angekündigt.

NL-Premiere für "Spring Awakening" im Frühling 2011

Duncan Sheiks Hitmusical "Spring Awakening" wird im Frühling 2011 auch in den Niederlanden Premiere feiern und zwar erwartungsgemäß im M-Lab-Theater in Amsterdam. Es handelt sich dabei um eine Kooperation mit Joop van den Ende Theaterproducties, die Spring Awakening nach der Spielzeit in Amsterdam vermutlich auch auf Tournee schicken werden. Namen wurden noch keine bekanntgegeben, nur dass es sich um 11 junge Musicaldarsteller/innen handelt, die sich allesamt noch in der Ausbildung befinden. Die Premiere ist im März 2011.

Montag, 6. Dezember 2010

"Next to Normal"-Team schreibt Film-Musical für Robert Downey Jr?

Die US-Website Deadline wusste in dieser Woche zu berichten, dass Tom Kitt und Brian Yorkey, die beiden Autoren des Überraschungserfolges “Next to Normal” einen Deal mit Warner Brothers abgeschlossen haben um ein Film-Musical für Robert Downey Jr zu schreiben. Er soll einen von zwei Broadway-Komponisten spielen, deren Musical gefloppt ist. Auf der Suche nach frischer Inspiration verschlägt es sie in ein Theatercamp für Kinder, wo sie als Gesangs- und Tanzlehrer arbeiten.
Das klingt zunächst mal stark nach Klischees – ich kann sowohl die Liebesgeschichte zwischen Downeys Charakter und der hübschen weiblichen Lehrkraft im Camp schon sehen als auch das Problemkind, das sic him Laufe der Geschichte vom hässlichen Entlein zum Schwan mausern wird. Bleibt zu hoffen, dass Yorkey und Kitt wie schon bei "Next to Normal" beweisen, dass sie mehr aus einer durchschnittlichen Geschichte holen können als Klischees. Und dass neben dem brillianten Robert Downey Jr, den ich für einen der begabtesten Schauspieler seiner Generation halte, ein paar Broadway-Namen ihre Aufwartung machen.

[title of show] im West End?

Das leichtgewichtige Musical "[title of show]", das 2008 für ein paar Monate am Broadway zu sehen war und vorher recht erfolgreich Off-Broadway lief wo es mit einem Obie Award ausgezeichnet war, soll im kommenden Jahr auch in London zu sehen sein. Dies teilten die Produzenten mit, die mit einer Premiere im Herbst rechnen und die Originalbesetzung aus New York mitbringen wollen. Das Stück von Hunter Bell und Jeff Bowen (die auch in New York auf der Bühne standen) ist ein nettes Spoof-Musical über zwei junge Möchtegern-Autoren die "ihr" Musical an den Broadway bringen möchten. In den Songs wird das Genre gründlich durch den Kakao gezogen - zu den besten Nummern gehört "Die Vampire, Die!" die sich über die drei in einer Reihe gefloppten Vampir-Musicals (Dracula, Lestat und Dance of the Vampires) lustig machte.

Bleibt zu hoffen, dass es in London zu anständigen Preisen in einem kleinen Theater gespielt wird, wo es hingehört und nicht in einem großen West End-Theater mit typischen West End-Preisen vorzeitig gekillt wird.

Samstag, 4. Dezember 2010

Anthony Warlow präsentiert den ersten Song aus Dr Zhivago

Während die Musicalwelt teilweise gespannt und teilweise voller Häme (wem's Spass macht...) nach New York zu den ersten Spiderman-Previews schaut, tut sich Down Under ebenfalls etwas: Australiens Superstar Anthony Warlow hat zusammen mit Lisa Maunder den ersten Song aus dem neuen Musical "Dr Zhivago" präsentiert, das im Februar in Sydney Premiere haben wird. Musik und Buch des Musicals, das natürlich auf dem weltberühmten Buch von Boris Pasternak basiert, stammen von Lucy Simon und Marsha Norman, denen wir bereits das zauberhafte Musical "The Secret Garden" zu verdanken haben. Und wenn man "Now" so hört, möchte man sich doch gleich ins nächste Flugzeug nach Sydney setzen...

Donnerstag, 2. Dezember 2010

"Sister Act" startet in Hamburg

Wenn die Nonnen heute abend im Operettenhaus loslegen, bin ich erstmal heilfroh, dass ich keine Lust hatte dorthin zu fahren – bei den aktuellen Witterungsbedingungen grenzen Fahrt oder Flug in den Norden an Tierquälerei. Trotzdem auch von dieser Seite ein toi, toi, toi an Cast & Crew von "Sister Act" - schön, Daniela Ziegler wieder einmal auf einer Musicalbühne zu sehen, noch schöner, dass Zodwa Selele endlich ihren verdienten Durchbruch schafft – und auch wenn man sich über die Qualität des Musicals selbst streiten kann, dürfte "Sister Act" vielen tausenden Besuchern in den nächsten Monaten viel Spass machen.
Angesichts des sonstigen kompletten Mangels an Kreativität im kommerziellen Sektor, wo nicht mal mehr richtig gute Musicals wie Wicked weitergereicht werden, sondern lauwarm auf die Bühne geklatschte Filme (Dirty Dancing bald in Oberhausen) oder Popmusik-Recyclings (Udo J. in Stuttgart und Wien, bald Udo L. in Berlin), kommt Sister Act als regelrecht sympathischer frischer Wind daher.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Andrew Jackson folgt den Scottsboro Boys

Nachdem gestern schon das Aus für die "Scottsboro Boys" verkündet wurde, folgte heute "Bloody Bloody Andrew Jackson" das am 2.Januar am Broadway die Pforten schließt. Gewusst hatte man es dank einem eifrigen Webmaster bei Telecharge eigentlich schon seit gestern: Da wurde nämlich der Vorverkauf für das Schauspiel "That Championship Season" mit u.a. Kiefer Sutherland im Bernard C. Jacobs Theatre freigeschaltet, wo BBAJ derzeit noch spielt.

Mein Bedauern hält sich stark in Grenzen - eine Show wie BBAJ ist sicher ein grandioses kleines Off-Broadway-Stück (wo es mehrfach verlängert wurde) und wird hoffentlich auf kleinen Bühnen auch weitergespielt werden, doch am kommerziellen Broadway mit Ticketpreisen bis $120 hatte dieses 90-minütige Leichtgewicht nicht wirklich etwas verloren. Und die CD mit unter 30 Minuten Spielzeit zum vollen Preis zu verkaufen, grenzte dann wirklich schon an Abzocke und hat mich auch vom Kauf abgehalten (und damit auch davon, mich eingehender mit dem Stück zu beschäftigen und den Wunsch zu erwecken, es live zu sehen). Im Ausland wird man diese sehr amerikanische Show wohl nicht zu sehen bekommen - aber ein Weiterleben jenseits von Manhattan ist ihr zu wünschen. Und vom gefeierten Leading Man Benjamin Walker wird man ganz sicher noch einiges hören.