Freitag, 30. April 2010

Sweet, Sweet, Smile - Compilation mal anders

"Sweet Sweet Smile" ein Stück über die Carpenter-Geschwister Richard und Karen kann durchaus als Compilation-Show bezeichnet werden, denn die Musik kommt ausschließlich von eben jenen Geschwistern, die in den 70-iger Jahren eine Weltkarriere machten. Die Musik der Carpenters wurde entweder geliebt oder gehasst, gehasst vor allem deshalb, weil sie als weichgespülter "Lackschuh-Pop" betrachtet wurde. Der Autor dieses Stückes, Lars Wernecke hat es geschafft, aus dem Über-Leben der beiden Geschwister eine fesselnde, fiktive Story zu schreiben und die Songs der Carpenters so in den Text einzubetten, dass auch sie die Geschichte weiter erzählen.

Ein schlaksiger, geradezu dürrer Mann betritt nervös die Bühne und beginnt fieberhaft in seinem Keller-Tonstudio zu arbeiten. Richard Carpenter hat den frühen Tod seiner Schwester immer noch nicht überwunden. Karen starb mit 32 Jahren an Magersucht, nun wird er von Anrufern verfolgt, die ihn für den Tod seiner Schwester verantwortlich machen. Schon am Anfang wird klar, der übersensible Richard vermisst seine Schwester noch heute, gibt sich jedoch keinerlei Schuld an der Krankheit seiner Schwester. Beide scheinen ihre eigenen Dämonen gehabt zu haben, denn Richard war viele Jahre tablettensüchtig. Richard leidet noch heute darunter, dass seine Musik als "Fahrstuhlstuhlmusik" missbraucht wird und sehnt sich nach Anerkennung für sein Werk.

Jetzt sitzt er in seinen Studio, zwischen all den Andenken, Bildern des Popduo´s und vielen Goldenen und Platinschallplatten und versucht die Geister der Vergangenheit zu vertreiben. Dazu singt er die alten weltberühmten Carpenter Songs wieder ein, "Rainy days and Mondays, natürlich Sweet, Sweet Smile und auch eine Adaption des Beatles Songs "He´s got a ticket to ride". Dazwischen klingelt immer wieder das Telefon, anonyme Anrufer belästigen ihn mit Vorwürfen, am Tod seiner Schwester schuld zu sein.

Ingo Brosch spielt Richard Carpenter und füllt damit mühelos die ca. 2 Stunden Spielzeit. Die Körpersprache ist beeindruckend, er verleiht seiner Figur fast manische Züge und lässt mit seiner Gestik bei den Songs die Carpenters wieder auferstehen. Er zeichnet das Bild eines todunglücklichen Mannes ohne seine Figur zur Karikatur werden zu lassen. Man merkt ihm an, dass es der Premierenabend ist, der Text könnte sich noch etwas mehr einschleifen. Manch einer hat Ingo Brosch vielleicht auch als "Santa Maria" beim "Schuh des Manitu" erlebt, mir hat er dort sehr gut gefallen. Aber erst in diesem Stück kann er zeigen, wie groß seine gesanglichen Fähigkeiten sind. Er interpretiert die Carpenter-Songs mit weichem Bariton und meistert selbst schwierige Passagen mühelos. Der verdiente Lohn ist heftiger, langanhaltender Applaus nach einem so überraschenden Ende, dass das Publikum sekundenlang verblüfft schweigt.

Die Vaganten-Bühne ist ein Paradebeispiel für Off-Theater, klein, dunkel, direkt neben dem TdW im Keller des Quasimodo. Aber die Technik ist ok, besonders nachdem der Tontechniker den Hall etwas reduziert hat. Ich würde es toll finden, wenn viele Darsteller, die ihre Brötchen im großen TdW verdienen, öfter das kleine Theater nebenan für interessante Projekte nutzen würden.

Donnerstag, 29. April 2010

Schweden in der Saison 2010/2011

Nach Paris hat auch die kommende Musicalsaison in Schweden Gestalt angenommen. Große Überra-schungen oder Neupremieren sind nicht darunter. In Stockholm wird das x-te Revival von "Some like it hot" den Auftakt im Oscarsteatern machen, jener Filmklamotte mit Marilyn Monroe, Tony Curtis und Jack Lemmon aus den 50er Jahren. In den Hauptrollen stehen Henrik Dorsin, Jonas Malmsjö, Hanna Lindblad und Suzanne Reuter auf der Bühne, die Premiere ist am 9.September. Für das Cirkusteatern auf Djurgården wurden gleich zwei Premieren angekündigt: Am 12.September ist Schweden-Premiere für das Queen-Recycling "We will rock you", eine Besetzung wurde noch nicht bekannt gegeben. Im Februar '11 folgt dann schon ein "Chicago"-Revival mit Claes Malmberg, Björn Kjellman und Babben Larsson – wer Roxie und Velma spielt, steht noch nicht fest. Im dritten großen Musicalhaus von Stockholm, dem Göta Lejon Teater in Södermalm, soll zum neuen Jahr eine neue Version von "Romeo und Julia" Premiere feiern, die Casting-Show-Star Måns Zelmerlöw ausbrütet. Er wird natürlich Romeo spielen, seine Julia sucht er gerade publikumswirksam im schwedischen Fernsehen. Statt neuen Musicalsongs gibt es ein Recycling diverser Popsongs.

In Göteborg wird das Opernhaus "Sunset Boulevard" mit Gunilla Backman spielen, in der Malmöer Oper gibt’s "Jekyll & Hyde" mit Christer Nerfont und "Singing in the rain" mit Rennie Mirro und Karl Dyall. In Malmö wird außerdem noch "Spamalot" gespielt, während die Stockholmer Inszenierung von "Grease" auf Tournee geht. Mit anderen Worten: Im hohen Norden verpasst man in der kommenden Saison wohl wenig.
Spannender wird’s eher jenseits der Grenzen, wo Oslo die erste europäische Inszenierung von "Next to Normal" zeigt und im schwedischen Theater von Helsinki ein Revival von "Kristina från Duvemåla" geplant ist.

Sister Act verabschiedet sich aus London

Gemunkelt wurde schon länger, jetzt ist es amtlich: Sister Act schliesst in London zum 1.01.2011. Damit ist wohl auch ein Transfer in ein kleineres Theater vom Tisch. Ins London Palladium wird das große Revival von "The Wizard of Oz" einziehen, für das Andrew Lloyd Webber gerade im TV die neue Dorothy sucht. Lustig für Musicalfans: Sie können sich dann gleich zwei Doppelpacks geben: An einem Tag "Phantom of the Opera" und "Love never dies", an einem anderen Tag "Wicked" und "The Wizard of Oz".

Auch wenn die Spielzeit von "Sister Act" in London kein riesiger Erfolg war: Stage Entertainment hat schon mit "Tarzan" bewiesen, dass sie aus einem Broadway-Flop einen akzeptablen Hit in Holland und Deutschland stricken konnten. Mal sehen also, wie sich Deloris & Co. in Hamburg schlagen werden.

Sonntag, 25. April 2010

American Idiot – die CD

Green Day hat’s nicht leicht. Von echten Punkfans als “kommerzielles Leichtgewicht” verspottet, sind sie dem Mainstream noch immer zu laut. Und doch ist Green Day etwas gelungen, was nur wenige schaffen: Mit dem Album “American Idiot”, das 2004 erschien, gaben sie einer ganzen Generation eine Stimme. Die CD wurde zur meistverkauften CD 2005 (und da sind die zahllosen illegalen Downloads gar nicht mit eingerechnet!) und gewann den Grammy als bestes Rockalbum. Auf dem Höhepunkt der “Ära Bush”, und der medialen Paranoia die in den USA ganz besonders von den Fernsehkanälen angefeuert wurde,, spiegelte Green Day die Wut einer frustrierten Jugend wieder, die keine “American Idiots” sein wollten, keine kleinbürgerlichen Rednecks, die die Bush-Propaganda schlucken und einfach so sämtliche Gängelungen durch den “Patriot Act” hinnehmen. Die CD war als Konzeptalbum angelegt, mit einer hauchdünnen Story, dem Tagebuch von “Jimmy”, der sich auch Jesus of Suburbia nennt.
Konzeptalben oder Rockopern eignen sich natürlich gut für eine Bühnen- version – ironisch ist in diesem Fall nur, dass es “American Idiot” erst 2009 auf die Bühne des Berkeley Rep in Kalifornien schaffte, also als die leidige Ära Bush endlich beeindet war und sich in der Wahl von Barack Obama die Hoffnung auf “Change” widerspiegelte. Doch soviel “Change” gab es dann doch nicht und vor allem das Gefühl, das in “American Idiot” zum Tragen kommt, bleibt bestehen: Mediale Dauerberieselung bis zur geistigen Verblödung, eine Orientierungs- und Hilfslosigkeit junger Leute die sich in Lethargie und Flucht in Drogen äußert und der leidige Irakkrieg. Insofern tritt “American Idiot” sehr passend die Nachfolge von “Rent” an, DEM Stück der 90er Jahre .
Am Broadway ist “American Idiot” nun nicht der erhoffte Hit, aber das scheint auch irgendwie passend – die Touristen und das “Bridge & Tunnel”-Publikum werden sich eher nicht für eine laute Punkrock-Oper entscheiden wenn sie ein Broadway-Musical besuchen wollen und die jungen Leute, die Green Day lieben, würden eher selten auf die Idee kommen ein “Musical” zu besuchen – oder das Geld haben für die offiziellen Ticketpreise von bis zu $130. Fragwürdig erscheint mir auch die Entscheidung, “American Idiot” quasi wie ein Konzert zu präsentieren – die Songs der CD und etliche Songs der neuen Green Day-CD “21st Century Breakdown” werden ohne Pause runtergespielt und auch nicht durch zusätzliche Dialoge ergänzt, die die Handlung verdichten. So ist denn auch das fehlende Buch der Hauptkritikpunkt, während die Musik, die Inszenierung und die Darsteller hochgelobt werden.


Am Dienstag erschien nun die offizielle Cast-Aufnahme und man kann sich endlich einen eigenen Eindruck verschaffen. Die ersten Songs entsprechen den Songs von “American Idiot”, erst später kommt mit “Last of the American Girls” der erste Song aus “21st Century Breakdown”. Die Orchestrierung ist nicht ganz so laut und krachend wie bei Green Day selbst, es treten sogar einige schöne Balladen hervor, darunter “Last Night on Earth” und das neugeschriebene “When it’s time”. Am stärksten sind natürlich noch immer die großen Hits von Green Day wie “Boulevard of Broken Dreams” und “Wake me up when September ends” und der Antikriegssong “Holiday”. Auch dabei ist der Song “Favorite Son”, den Green Day 2004 für die Compilation “Rock against Bush” aufgenommen hatten.
Die Sänger sind allesamt großartig bei Stimme, da kann man keinen besonders hervorheben. John Gallagher Jr, der als Moritz in “Spring Awakening” auf sich aufmerksam machte, ist Johnny, ein typischer Middle Class-Amerikaner aus der Vorstadt, der nichts mit seinem Leben anzufangen weiß und mit seinem Freund Tunny (Stark Sands) Richtung Großstadt aufbricht. Will, der Dritte im Bunde, bleibt zurück als er erfährt dass seine Freundin Heather ein Kind von ihm erwartet. Glücklich werden sie alle nicht – Tunny lässt sich für die Armee verpflichten und geht in den Irak, Johnny trifft auf den Dealer St.Jimmy (großartig wie immer: Tony Vincent), gibt sich den Drogen hin und trifft ein Mädchen, deren Namen er nicht mal behalten kann und die daher nur als Whatshername bekannt ist (Rebecca Naomi Jones), Will wird von seiner Freundin verlassen. Nach einigen Irrungen und Wirrungen treffen sie sich schliesslich alle wieder in ihrer Heimat-Vorstadt.
Das ist klassisches “Coming of Age” und insofern nichts besonderes, doch die großartigen Songs sind den Besuch der Show ganz sicher wert. Aussagekräfte bewegende Texte statt Schmalz, eine knallharte und mitleidslose Bestandsaufnahme der Gegenwart statt die ewige Glorifizierung der 50’er und 60’er, laute Punkrock-Musik statt Easy Listening – all das ist ganz sicher nicht jedermanns Geschmack, doch mich persönlich hat schon lange keine neue Cast-Aufnahme mehr so vom Stuhl gerissen oder dazu bewogen ganz konkret eine Reise nach New York zu planen um das Stück und diese Darsteller live zu sehen. Punktabzug gibt es nur dafür, dass man sich nicht die Mühe gemacht hat, die Green Day-Songs mit neuen Dialogen dramaturgisch zu verstärken und ein Musical in halbwegs traditioneller Laufzeit (zwei Stunden plus Pause) daraus zu machen, aber es ist ein Manko das hier nicht weiter ins Gewicht fällt. Viele andere Shows sagen in drei Stunden viel weniger als es dieses Stück in einem einzigen Song tut. In dem Sinne: Rock on und toi, toi, toi für die Tony Awards!


Zorro zieht von der Seine an die Moskwa um

Stage Entertainment macht weiter mit der McDonalds-Kultur: Die französische Fassung von "Zorro", nach Stage Entertainment-Vorgaben nun die endgültige, definitive Fassung, die sie überall nachspielen werden, wird ab 2.Oktober in Moskau gezeigt. In Frankreich hat man zwar noch kein offizielles Ende für Zorro verkündet, doch angesichts der Auslastungszahlen liegt der Verdacht nahe, dass man die komplette Produktion samt Kulissen nach Moskau verschifft. Für Stage Entertainment Russland ist es die vierte große Produktion nach Cats, Mamma mia und Die Schöne und das Biest. In Paris wird derweil am 9.Mai zum Tag der offenen Tür geladen.

The Wizard of Oz ab März 2011 im London Palladium

Das englische Schmuddelblatt “The Sun” hat die Katze aus dem Sack gelassen. Andrew Lloyd Webber’s neue Produktion von “The Wizard of Oz”, für die der Lord gerade im Fernsehen eine neue Dorothy sucht, wird ab März ins London Palladium einziehen. Die Previews beginnen am 29.März; die Premiere soll am 20.April stattfinden. The Sun und ihr Sonntagsableger News of the World haben sich eine spezielle Vorkaufsaktion exklusiv für ihre Leserschaft gesichert, alle anderen müssen bis 9.Mai warten. Damit dürften die Tage für das schwächelnde “Sister Act” auch endgültig gezählt sein.

Donnerstag, 22. April 2010

Klokow holt die Katzen aus dem Sack

CATS kommt wieder nach Deutschland – und geht im eigenen Theaterzelt auf Tournee durchs Land. Auftakt ist ausgerechnet in Hamburg, wo CATS den deutschen Musicalboom begründete und 14 lange Jahre im Operettenhaus spielte. Von Hamburg aus geht es weiter nach Berlin, München, Luxemburg, Wien und Zürich, weitere Städte sollen folgen. Da hinter der neuen CATS-Tournee Maik Klokow und Michael Brenner stehen, darf man wohl davon ausgehen, dass die Katzen auch in NRW am Rhein auftauchen werden.

Aus der offiziellen Pressemitteilung:
"Im Rahmen der Gastspielreihe wird die Originalinszenierung von CATS aus London in deutscher Sprache zu sehen sein. Und die Zuschauer werden mehr als je zuvor am Trubel des legendären Katzenballs teilnehmen. Das speziell für CATS angefertigte Theaterzelt der Superlative verfügt über eine große, rund angelegte Bühne, die zu drei Vierteln von Zuschauerreihen umschlossen wird. Die Produktion kehrt damit zu ihren Wurzeln – der umjubelten Weltpremiere auf der Rundbühne am New London Theatre – zurück. Die sogenannte „Zentralbühne“ garantiert beste Sicht auf das berührende und mitreißende Geschehen. Denn keiner der 1800 Plätze ist mehr als 20 Meter vom Bühnengeschehen entfernt. Das Publikum wird selbst Teil des turbulenten Treibens, wenn die Vierbeiner durch die Sitzreihen streifen und zu ihrem weltbekannten, golden schimmernden Schrottplatz schleichen."

Jede Wette, dass die CATS-Tickets weggehen werden wie warme Semmeln? Und wenn dann im Zuge einer Deutschland-Premiere von "Love never dies" auch das Phantom nochmal auftaucht, können wir uns wieder so richtig schön im Jahr 1990 fühlen…

Mittwoch, 21. April 2010

American Idiot Reviews: Die New York Times ist begeistert

Da können sich Green Day und die Cast von “American Idiot” mal eben erleichtert zurücklehnen: Charles Isherwood von der New York Times hat eine vor Begeisterung glühende Kritik verfasst – ganz im Gegensatz zu Kollege Ben Brantley, der erst kürzlich “The Addams Family” gnadenlos abgeschossen hatte. Die anderen Kritiken waren nicht ganz so begeistert, doch die Kritik an “American Idiot” scheint sich gewöhnlich auf das gleiche Detail zu konzentrieren: Die Abwesenheit eines Buches. Da ich es noch nicht gesehen habe, kann ich mich nur auf Mutmaßungen stützen, aber wenn ich höre dass die Show 95 Minuten lang ist und ohne Pause gespielt wird, liegt es nahe zu ahnen dass es sich hier eher um ein Konzert handelt als um ein echtes Musical. Schade eigentlich – es wäre sicher kein Beinbruch gewesen, einige Dialoge einzufügen, die die Show auf die handelsüblichen 120-150 Minuten ausgedehnt hätten (und dann natürlich mit Pause, wenn während der Vorstellung Bier getrunken werden darf, wird die Blase sicher bald drücken). Wenn zu den guten Kritiken jetzt noch der ein oder andere Tony Award kommt, kann ich wenigstens hoffen, dass die Show noch bis zum Herbst durchhält und ich sie sehen kann.

Ersetzt Gwyneth Paltrow CZJ am Broadway?

Die Produzenten von “A little night music” am Broadway müssen sich ernsthaft Gedanken über die Zukunft des Musicals machen, wenn die derzeitigen Zugpferde Catherine Zeta Jones und Angela Lansbury die Show im Juni verlassen. Schliesslich gab es beide Male einen deutlichen Einbruch bei den Ticketverkäufen wenn sie in Urlaub waren. Diverse amerikanische Showbiz-Seiten wollen nun gehört haben, dass niemand anders als Gwyneth Paltrow als Nachfolgerin für CZJ im Gespräch ist – und sie bringt gleich ihre Mutti Blythe Danner mit um die Lansbury zu ersetzen. Paltrow, die sich in den letzten Jahren in Hollywood eher rar gemacht hat (ein Fakt den der Autor dieser Zeilen sehr zu schätzen weiß), soll schon länger mit einem Broadway-Auftritt liebäugeln. Gesungen hat die Dame übrigens schon öfter und gar nicht mal so übel:

Notre Dame de Paris endet am Sonntag

Vorzeitiges Ende für die ambitionierte Produktion von Musical van Vlaanderen: Die zweite Spielserie im Capitole Gent wurde aufgrund mangelnder Nachfrage abgesagt. Damit geht die flämische Version von “Notre Dame de Paris” am Sonntag in der Stadsschouwburg Antwerpen zum letzten Mal über die Bühne. Es scheint als ob das belgische Publikum, ähnlich wie das deutsche, sehr resistent gegenüber neuen Musicals ist und sich dann doch lieber zum x-ten Mal “The Sound of Music” reinzieht (das zum gefühlt 20.Mal auf Tournee geht). Wenn selbst ein Werk wie “Notre Dame de Paris” in Flandern auf wenig Zuspruch stößt, verheißt das wohl auch nichts gutes für die weiteren ambitionierten Pläne von Musical van Vlaanderen.

Montag, 19. April 2010

American Idiot-CD erscheint morgen

Am morgigen Dienstag erscheint die CD des spannendsten neuen Broadway-Musicals der Saison: "American Idiot" wird als Doppel-CD mit insgesamt 22 Tracks erscheinen und damit die Tradition der Rockalben im Stil von "Tommy" und "Jesus Christ Superstar" fortsetzen. Das Musical mag am Broadway nicht gerade der ausverkaufte Megaseller sein, doch bei Amazon.com steht es nicht nur auf Platz 1 der "Musicals"-Charts sondern auch schon auf Platz 18 der allgemeinen Musik-Charts. Eine CD-Kritik folgt in den nächsten Tagen.

Samstag, 17. April 2010

Paris in der Saison 2010/2011

Auch schlechte Kartenverkäufe bei den aktuellen Produktionen scheinen Paris nicht davon abzuhalten sich als neue Musicalmetropole Europas zu etablieren. Für die kommende Saison sind nun schon ein halbes Dutzend neuer Produktionen an der Seine angekündigt, darunter ein neues typisches “spectacle musicale”, eine neue Adaption der “Musketiere” mit “Ludwig XIV.” Emmanuel Moiré (Palais des Congrès) und französischsprachigen Versionen von “Mamma mia”, das als Nachfolger des Löwenkönigs ins Théâtre Mogador einzieht, “Footloose” (ab 12.Oktober im Espace Pierre Cardin) und schliesslich “Hairspray” (ab 26.April 11 im Casino de Paris). Außerdem hat MC Productions sich die Rechte an “Legally Blonde” gesichert, das noch in der kommenden Saison starten soll und im Châtelet soll “My Fair Lady” am 8.12. starten. Den Saisonauftakt macht am 14.09. “Rendez-vous” im Théâtre de Paris – eine französische Fassung des charmanten Broadway-Klassikers “She loves me” mit Filmstar Kad Merad, u.a. bekannt aus den großen französischen Filmhits “Les Choristes” (Die Kinder des Monsieur Mathieu) und “Bienvenue chez les Ch’tis”.

"How to succeed in business without really trying" wieder am Broadway

Da ist man zwei Wochen nicht da und wenn man zurück kommt, merkt man, das man eigentlich keine großartigen Neuigkeiten verpasst hat. Einzig am Broadway rührt sich ein wenig was, mit Ankündigungen zu Premieren in der kommenden Saison. Bestätigt wurden die Pläne, ein weiteres Revival von “How to succeed in business without really trying” von Frank Loesser zu bringen, diesmal mit Daniel Radcliffe in der Hauptrolle. Dass “Harry Potter” wirklich schauspielern kann, hat er ja bereits in “Equus” unter Beweis gestellt, nun wird sich zeigen ob er auch singen kann. Die Premiere ist für den Frühling 2011 geplant; Rob Ashford, dessen Revival von “Promises Promises” gerade öffnete, wird Regie führen.

Spannender ist die Ankündigung, das “Book of Mormons”, sozusagen die Bibel der amerikanischen Mormonen-Sekte, als Musical auf die Bühne zu bringen – da hinter diesem Projekt die scharfzüngigen Macher von “South Park” Trey Parker und Matt Stone stehen, sowie “Avenue Q”-Autor Robert Lopez, braucht man sich wohl keine Sorgen machen, dass es hier geschwollen-gläubig zugeht.