Nach enttäuschenden Auslastungszahlen über Thanksgiving und Weihnachten verabschiedet sich die Musicaladaption "Women on the verge of a nervous breakdown" drei Wochen früher als geplant vom Broadway und gesellt sich zum großen Musicalsterben am 2.Januar. Damit dürfte es endgültig als "größte Enttäuschung der Saison 10/11" in die Annalen eingehen. Hier waren schliesslich alle Zutaten zu einem grandiosen Hit beisammen: Eine Vorlage, die selbst ein preisgekrönter Kulthit ist, ein Komponist, der bereits zwei recht gelungene Scores geschrieben hat, ein im letzten Jahr mit Awards überhäufter Regisseur und schliesslich ein Ensemble an Broadway Leading Ladies, nach dem sich jeder andere die Finger schlecken würde.Doch selbst Sherie Rene Scott, Patti LuPone und Laura Benanti lockten die Leute nicht ins Belasco Theatre. Und von der New Yorker Bridge & Tunnel Crowd und den Touristen aus dem Mittleren Westen zu erwarten, dass sie ein Frühwerk eines europäischen Kultregisseurs kennen und auf der Bühne sehen wollen, war natürlich ohnehin zu hoch gegriffen. Mit den Hipstern aus Williamsburg und dem Village allein lässt sich kein Theater füllen. Schade jedoch, dass auch die Score von David Yatzbek scheinbar so schlecht ist, dass man das Werk nichtmal auf CD für die Allgemeinheit festhalten will - da gab es schon üblere Flops, die trotzdem aufgenommen wurden.
Schade Schade. Da hilft nur das Warten auf den nächsten Almovodar-Film hüben und einen neuen amerikanischen Musical-Hit drüben.
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