Freitag, 20. August 2010

Schweden-Dracula schon im Vorfeld gefloppt

Aus irgendwelchen mir nicht ersichtlichen Gründen hat Bram Stokers Obervampir im Laufe der Zeit mehr Musicalkomponisten angezogen als schöne Jungfrauen ausgesaugt. Zu den bekannteren Varianten gehören der tschechische Dracula von Karel Svoboda, Wildhorns balladenlastiger Jekyll-Klon und die Rock-Oper aus Montréal mit Bruno Pelletier als Blutsauger. Auch einen deutschen Vampir gibt es natürlich, nämlich den von Mathias Christian Kosel, der einst in Heilbronn seine Uraufführung erlebte.

Doch auch wenn Vampire im allgemeinen so ziemlich jede Generation einmal heimsuchen und eine neue Hype entfachen (zu meiner Zeit waren es die Anne Rice-Vampire um Lestat und Louis, derzeit die unsäglichen Twilight-Schmonzetten der Mormonen-Meyer), stießen sie beim Musicalpublikum eher selten auf Gegenliebe. Das musste am Broadway das Beißer-Trio Lestat, Dracula und Krolock schmerzhaft erfahren, die allesamt floppten. Doch immerhin schafften sie es bis auf die Bühne.

Noch schlechter geht es nun dem schwedischen Dracula aus der Feder von Daniel Bergström und Daniel Engström, das zu Halloween im Globen in Stockholm aufgeführt werden sollte. Geplant war ein großes Spektakel mit insgesamt 1000 Akteuren. Den Blutsauger sollte Fredrick Lycke geben, der einst auch auf deutschen Musicalbühnen zu sehen war. Doch nachdem nur insgesamt 500 Eintrittskarten verkauft wurden, sah man sich jetzt gezwungen die Sache abzublasen. Im Globen, in dem normalerweise Eishockeyspiele und Konzerte vom Kaliber Madonna und Paul McCartney stattfinden, finden 15000 Besucher Platz.

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