Samstag, 19. Juni 2010

Viva das Sommerloch

Viel Trööt um Nix
Eine ganze Woche ohne News aus der Musicalwelt – was will man machen? Für den Schreiberling hier ist das kein Problem, er widmet sich derzeit sowieso lieber dem runden Leder das in Südafrika mit vielen positiven (Freude, Völkerverständigung, Spass) und einigen negativen ("tröööööt") Begleiterscheinungen rollt und den Planungen für kommende Reisen. Amüsant ist nur zu verfolgen, auf welche Art das Sommerloch hüben und drüben gestopft wird.
Hier regt man sich über eine angetüterte Intendantin auf, die pampig wurde und die Berufsempörten machen einen Staatsakt daraus (Dear Ms Stone, you should have taken a leaf out of Basil Fawlty’s book on dealing with Ze Germans: Don’t mention the war), am Broadway wird eine beleidigte Facebook-Gruppe gegründet weil Hollywood-Stars es wagten einige der wichtigsten Tony Awards zu gewinnen, darunter Catherine Zeta Jones, Denzel Washington und Scarlett Johansson. Zumindest bei Frau Zeta Jones ist bekannt, dass sie ursprünglich mal als Musicaldarstellerin angefangen hatte und in mehreren West End-Musicals aufgetreten war, da erledigt sich die Aufregung von ganz alleine. Zu Washington und Johansson kann ich nichts sagen.

Aber den Kopf schütteln kann ich schon über soviel Kleinlichkeit – würde Hollywood genauso reagieren, wenn es jemand mit Theaterhintergrund es wagen würde einen Oscar zu gewinnen? Ist es nicht auch den Hollywoodstars zu verdanken, wenn der Broadway wieder mehr Aufmerksamkeit beim Mainstream erhält, was wiederum zu mehr Ticketverkäufen führt? What next? Aufregung wenn – ganz theoretisch – Lea Michele einen Tony für Fanny Brice im "Funny Girl"-Revival gewinnt, weil sie jetzt ein TV-Star ist und kein Broadwaystar mehr?

Die schöne Welt des Web 2.0 ist sicher nützlich und oft auch spannend, schliesslich gibt sie auch mir die Chance, mein Geschreibsel auf die Welt loszulassen. Aber leider lässt sich auch nicht leugnen, dass das Web 2.0 immer mehr Leute dazu verleitet, vom bequemen Schreibtisch aus irgendwelche beleidigten Kampagnen zu starten, gegen Hollywood, gegen böse Intendantinnen, gegen Musicals die einem quer liegen… als ob es in der Welt nicht soviel wichtigere Dinge gäbe, für die man sich engagieren könnte. Sorry, aber jetzt muß ich mich hier verabschieden und die Kampagne "Alberto Undiano gehört geteert und gefedert, er ist an allem Schuld" bei Facebook lostreten.

1 Kommentare:

  1. Und schon wieder eine ß/ss-Schreibschwäche...

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