
27.10.09 - "Billy Elliot"
Der letzte Abend unserer Londonreise blieb dem Wunschkandidaten unserer Tochter "Billy Elliot" vorbehalten.
Die Vorbereitung auf das Stück fällt nicht schwer, da wir zuhause schon den Film ansehen konnten und die Handlung somit für unsere Tochter von vornherein klar war. Dies ist auch auf jeden Fall empfehlenswert, denn auf der Bühne wird ein starker nordenglischer Akzent gesprochen, der für Kinder nahezu unverständlich ist.
Der letzte Abend unserer Londonreise blieb dem Wunschkandidaten unserer Tochter "Billy Elliot" vorbehalten.
Die Vorbereitung auf das Stück fällt nicht schwer, da wir zuhause schon den Film ansehen konnten und die Handlung somit für unsere Tochter von vornherein klar war. Dies ist auch auf jeden Fall empfehlenswert, denn auf der Bühne wird ein starker nordenglischer Akzent gesprochen, der für Kinder nahezu unverständlich ist.
Jedoch wurde hier auch eine neue Ausrede für den Englischunterricht geboren, sollte mal etwas falsch ausgesprochen werden, war es halt ein nordenglischer Dialekt.
Die im Stück agierenden Kinder waren zum großen Teil im Alter unserer Tochter und allein damit hatte das Stück ihre Gunst gewonnen. Die Show ist klasse, um sie als Familie zu besuchen und bildete einen wunderbaren Abschluss unserer Londonfahrt.
Die Story von "Billy Elliot" ist sicher zur Genüge bekannt. Es geht um den schwierigen Weg eines Jungen aus dem Norden Englands in die Schule des "Royal Ballett", zur Zeit der Bergarbeiterstreiks in den 80-Jahren, als die Erwachsenen andere Sorgen hatten als sich um die künstlerische Entwicklung eines kleinen Jungen zu kümmern. Beschrieben werden die Beziehungen von Billy zu seiner Familie, für Vater und Bruder ist es anfangs unvorstellbar, dass ein Junge tanzen lernen will und zur Großmutter, die schon ein bisschen tüdelig ist, aber eins noch genau weis, diesen Suffkopf von Großvater hätte sie besser nicht geheiratet. Beschrieben wird auch die Beziehung zur reichlich desillusionierten Tanzlehrerin Mrs. Wilkinson und vor allem auch sehr anrührend die Beziehung zu seinem Freund Michael, mit der Vorliebe für Frauenkleider.
Einen großen Teil der Show macht die Beschreibung der Lage der Bergarbeiter, ihres Zusammenhalts, des großen Streiks und ihrer Niederlagen aus. Damit bekommt die Geschichte für mich einen Rahmen, der das Abgleiten ins kitschige verhindert.
Die Schauspieler sind durch die Bank klasse, auch wenn es für die Erwachsenen eine große Herausforderung ist, gegen den Charme der Kinder "anzuspielen". Joanna Riding hat ihre beiden Olivier Awards sicher zu Recht bekommen, denn die Frau ist schauspielerisch einfach ein Klasse für sich.
Die Kinder sind durch die Bank einfach nur herzerwärmend, technisch super und schauspielerisch ganz natürlich, so dass es einfach nur Spaß macht ihnen zuzusehen.
Zuerst ein Wort zu den Mädchen, diese sind ja eher die "Stiefkinder" des Stückes aber sie machen das Beste aus ihren jeweiligen Rollen und wenn man sich einmal Zeit nimmt, die Mädchen zu beobachten und nicht nur Billy und Michael muss man feststellen, die haben genau soviel drauf wie die Jungs und tanzen, als hätten sie nie im Leben etwas anderes gemacht. Einige der jungen Damen gleichen nicht unbedingt dem Idealbild einer Ballerina, sondern sehen wie ganz normale Mädchen aus, was ja auch beabsichtigt ist.
Die Rolle des Michael ist sicher keine einfache für einen 12-jährigen Jungen und das nicht wegen der Mädchenkleider, sondern vor allem wegen der hervorragenden schauspielerischen Fähigkeiten, die diese Rolle erfordert. Nicht zu vergessen, die Stepptanznummer, einfach super.
Getragen wird das Stück natürlich von Billy, wir hatten das Glück, für den Jungen war es eher Pech, gleich 2 Billys an einem Abend zu sehen. Billy Nr.1 (klein und dunkelhaarig) legte furios los und spielte und tanzte mit soviel Einsatz, dass er beim Sprung vom Klavier zu Ende des ersten Aktes unglücklich aufkam und sich verletzte. Die Show musste unterbrochen werden und wurde nach ca. 15 Minuten von Billy Nr.2 fortgesetzt.
Leider deckt sich der Name des Jungen, der angesagt wurde gar nicht mit dem Bild im Picturebook, sodass meine Tochter jetzt eine Internetfahndung nach Billy Nr.2 ausgerufen hat. Billy Nr. 2 war deutlich größer und blond. Es dauerte einige Minuten, sich an die Umstellung zu gewöhnen, aber dann war es kein Problem mehr.
Sicher ist es auch für den Jungen nicht einfach gewesen, nahtlos an den Vorgänger anzuschließen. Man merkte am Anfang, dass er nicht ganz warm gesungen war und sich schon sehr dem Stimmbruch näherte, mit den hohen Tönen hatte er ein bisschen zu kämpfen. Aber tanzen konnte er, dass war einfach toll. Am schönsten fand ich die Szene, wenn er mit seinem erwachsenen Alter Ego tanzt und dieser ihn "fliegen" lässt. Da kamen mir glatt die Tränen. Meiner Tochter gefiel die Steppnummer von Michael und Billy am Besten.
Fazit, ein tolles Stück für einen Besuch mit Kindern, an den nordenglischen Akzent kann man sich gewöhnen, ansonsten kann man dem Stück auch problemlos ohne höhere Englischkenntnisse folgen. Lange hat mir eine Show nicht so gut gefallen und mich so berührt. Billy Elliot war für unsere Tochter die beste Show, noch vor "Priscilla".
Es wäre schön, dass Stück auch in Deutschland zu sehen, wir haben ja auch eine "Kohlengegend". Tanzende Mädchen finden sich sicher relativ leicht, für die Jungs hoffe ich einfach das Beste, wobei man sagen muss, Kinder die dermaßen gut tanzen können, habe ich vorher noch nie gesehen.
Die im Stück agierenden Kinder waren zum großen Teil im Alter unserer Tochter und allein damit hatte das Stück ihre Gunst gewonnen. Die Show ist klasse, um sie als Familie zu besuchen und bildete einen wunderbaren Abschluss unserer Londonfahrt.
Die Story von "Billy Elliot" ist sicher zur Genüge bekannt. Es geht um den schwierigen Weg eines Jungen aus dem Norden Englands in die Schule des "Royal Ballett", zur Zeit der Bergarbeiterstreiks in den 80-Jahren, als die Erwachsenen andere Sorgen hatten als sich um die künstlerische Entwicklung eines kleinen Jungen zu kümmern. Beschrieben werden die Beziehungen von Billy zu seiner Familie, für Vater und Bruder ist es anfangs unvorstellbar, dass ein Junge tanzen lernen will und zur Großmutter, die schon ein bisschen tüdelig ist, aber eins noch genau weis, diesen Suffkopf von Großvater hätte sie besser nicht geheiratet. Beschrieben wird auch die Beziehung zur reichlich desillusionierten Tanzlehrerin Mrs. Wilkinson und vor allem auch sehr anrührend die Beziehung zu seinem Freund Michael, mit der Vorliebe für Frauenkleider.
Einen großen Teil der Show macht die Beschreibung der Lage der Bergarbeiter, ihres Zusammenhalts, des großen Streiks und ihrer Niederlagen aus. Damit bekommt die Geschichte für mich einen Rahmen, der das Abgleiten ins kitschige verhindert.
Die Schauspieler sind durch die Bank klasse, auch wenn es für die Erwachsenen eine große Herausforderung ist, gegen den Charme der Kinder "anzuspielen". Joanna Riding hat ihre beiden Olivier Awards sicher zu Recht bekommen, denn die Frau ist schauspielerisch einfach ein Klasse für sich.
Die Kinder sind durch die Bank einfach nur herzerwärmend, technisch super und schauspielerisch ganz natürlich, so dass es einfach nur Spaß macht ihnen zuzusehen.
Zuerst ein Wort zu den Mädchen, diese sind ja eher die "Stiefkinder" des Stückes aber sie machen das Beste aus ihren jeweiligen Rollen und wenn man sich einmal Zeit nimmt, die Mädchen zu beobachten und nicht nur Billy und Michael muss man feststellen, die haben genau soviel drauf wie die Jungs und tanzen, als hätten sie nie im Leben etwas anderes gemacht. Einige der jungen Damen gleichen nicht unbedingt dem Idealbild einer Ballerina, sondern sehen wie ganz normale Mädchen aus, was ja auch beabsichtigt ist.
Die Rolle des Michael ist sicher keine einfache für einen 12-jährigen Jungen und das nicht wegen der Mädchenkleider, sondern vor allem wegen der hervorragenden schauspielerischen Fähigkeiten, die diese Rolle erfordert. Nicht zu vergessen, die Stepptanznummer, einfach super.
Getragen wird das Stück natürlich von Billy, wir hatten das Glück, für den Jungen war es eher Pech, gleich 2 Billys an einem Abend zu sehen. Billy Nr.1 (klein und dunkelhaarig) legte furios los und spielte und tanzte mit soviel Einsatz, dass er beim Sprung vom Klavier zu Ende des ersten Aktes unglücklich aufkam und sich verletzte. Die Show musste unterbrochen werden und wurde nach ca. 15 Minuten von Billy Nr.2 fortgesetzt.
Leider deckt sich der Name des Jungen, der angesagt wurde gar nicht mit dem Bild im Picturebook, sodass meine Tochter jetzt eine Internetfahndung nach Billy Nr.2 ausgerufen hat. Billy Nr. 2 war deutlich größer und blond. Es dauerte einige Minuten, sich an die Umstellung zu gewöhnen, aber dann war es kein Problem mehr.
Sicher ist es auch für den Jungen nicht einfach gewesen, nahtlos an den Vorgänger anzuschließen. Man merkte am Anfang, dass er nicht ganz warm gesungen war und sich schon sehr dem Stimmbruch näherte, mit den hohen Tönen hatte er ein bisschen zu kämpfen. Aber tanzen konnte er, dass war einfach toll. Am schönsten fand ich die Szene, wenn er mit seinem erwachsenen Alter Ego tanzt und dieser ihn "fliegen" lässt. Da kamen mir glatt die Tränen. Meiner Tochter gefiel die Steppnummer von Michael und Billy am Besten.
Fazit, ein tolles Stück für einen Besuch mit Kindern, an den nordenglischen Akzent kann man sich gewöhnen, ansonsten kann man dem Stück auch problemlos ohne höhere Englischkenntnisse folgen. Lange hat mir eine Show nicht so gut gefallen und mich so berührt. Billy Elliot war für unsere Tochter die beste Show, noch vor "Priscilla".
Es wäre schön, dass Stück auch in Deutschland zu sehen, wir haben ja auch eine "Kohlengegend". Tanzende Mädchen finden sich sicher relativ leicht, für die Jungs hoffe ich einfach das Beste, wobei man sagen muss, Kinder die dermaßen gut tanzen können, habe ich vorher noch nie gesehen.























