Mittwoch, 30. September 2009

Hairspray mit Uwe Ochsenknecht und Maite Kelly

Die Kelly-Family war ja schon immer für ihre haarige Auftritte bekannt. Da macht es viel Sinn dass nun ein Mitglied der Kelly-Familie, nämlich Maite, im Musical "Hairspray" die Hauptrolle der Tracy Turnblad spielt. Auch wenn sie mir mit ihren 30 Jahren doch ein wenig zu alt erscheint um als 16-jähriger Teeny durchzugehen. Immerhin scheinen die Veranstalter aus dem "Spamalot"-Debakel gelernt zu haben, denn diesmal haben sie sich richtig Mühe gegeben mit einer hochkarätigen Besetzung. Neben Maite Kelly teilen sich Uwe Ochsenknecht und Tetje Mierendorf die Hauptrolle von Tracy's Mutter Edna. Ochsenknecht hat seine großen Jahre vielleicht hinter sich, aber er dürfte noch immer einem Millionenpublikum bekannt sein. Und Mierendorf ist als Stammgast der "Schillerstraße" ebenfalls kein Unbekannter. Puristen regen sich gerne auf über eine "Star-Besetzung". Ich kann das nicht nachvollziehen. Sicher gab es im Namen des Ticketabsatzes auch schonmal üble Entgleisungen, aber meistens profitieren alle von einem Star: Das Publikum, das sich darüber freut einen Leinwand/TV-Star "in Fleisch und Blut" zu erleben, der Produzent, dem der Star Geld in die Kasse spült und der Star selbst, der einmal eine andere Seite von sich zeigen kann. Wenn man dann sieht mit wieviel Spielfreude und Selbstironie Schnulzenbarde Michael Ball seine Edna in London über die Rampe brachte oder wie köstlich sich das Publikum bei "Oliver!" in London amüsierte, wenn Rowan Atkinson als Fagin eine Mr Bean-reife grimassenschneidende Einlage brachte, weiß man, dass das so verkehrt nicht sein kann. Bei Uwe Ochsenknecht, den man in erster Linie als jeansjackentragendes Macho-Rauhbein kennt, dürfte die Erwartungshaltung ähnlich sein. "Hairspray" wird seine Zugpferde in Köln bitter nötig haben. Die Show selbst dürfte kaum jemanden interessieren (auch das Interesse an der Filmversion hielt sich hier in engen Grenzen) und Compilationshows die die 60'er aufleben lassen, hat es mittlerweile schon mehr als genug gegeben. Und wenn selbst der 1.FC Köln es nicht mehr schafft, das RheinEnergie Stadion auszuverkaufen, dann steht es wirklich schlecht um die Finanzen der Kölner Bevölkerung.

RIP Diskussionskultur

Willkommen, Bienvenue, Welcome.

Sorry, das Klischee musste zur Begrüßung sein. Braucht die Musicalwelt ein weiteres Blog? Ich weiß es nicht, aber da ich gerne meinen Senf zu allem gebe, verfasse ich auch gerne Beiträge für die unendlichen Weiten des Netzes. Leider ist in der deutschen Musicalszene ein Dialog nur sehr schwer möglich. Dies hat man länger andauerndes Gastspiel in einem recht bekannten Musicalforum wieder mal zu deutlich bewiesen. In meinem Blog kann mir nun niemand mehr widersprechen. Muahaha. Nein, im Ernst. Ich habe es immer schade gefunden, dass es so wenig Austausch gibt zwischen "Machern", d.h. Autoren, Komponisten, Regisseuren, usw., den Darstellern auf der Bühne und den "Liebhabern" die sich im Dunkel der Theatersäle tummeln. Musicalwebseiten und Foren verlieren sich fast immer in den Niederungen schwärmerischer Anbetung der Darsteller oder einzelner Musicals, eine sachliche Auseinandersetzung ist nicht möglich. Da wo es zu Diskussionen zwischen sachlichen "Liebhabern" der Musicalszene gekommen war, zu denen sich sogar einige professionelle Kreative gesellten, verlor man sich leider allzu häufig in verbissenen Grabenkämpfen, Beleidigungen und mimosenhaftem Beleidigtsein, während sich die Forenbesitzer fein raushielten. Auch hier war keine gesunde Diskussionskultur zu sehen. Schade. Vor allem wenn man bedenkt, dass sich doch eigentlich "Gleichgesinnte" treffen, die alle die Liebe zu einem gerade in Deutschland oft schief angesehenen Genre eint.

Was also soll dieser Blog werden, außer der Egotrip eines ehemaligen Forenaktivisten, der größtenteils die Lust verloren hatte, sich irgendwo konstruktiv an Diskussionen zu beteiligen und der seine Gedanken nun lieber hier in die Tasten haut? Ich weiß nicht. Ich werde in loser Reihenfolge News einstellen, die ich in den Weiten des Internets aufgabele, meinen Senf zu Themen geben, die mir auf der Seele liegen und einfach mal schauen wie sich die Sache entwickelt. Auch wenn ich inhaltlich nicht oft mit einem gewissen österreichischen Blogbesitzer übereinstimme, finde ich seine Arbeit doch interessant genug um sie mir zum Vorbild zu nehmen.

Let the good times roll!